Heute beschäftige ich mich mit dem Begriff „Above the Fold“. Was ist das und wie kann man damit für mehr Traffic sorgen?
Diese Tipps beziehen sich diesmal sowohl auf Offpage-Maßnahmen, als auch auf den eigenen Blog.
Was ist „Above the Fold“?
Der Begriff „Above the Fold“ lautet übersetzt „Über dem Falz“ und stammt aus der Print-Branche. Damit war/ist der Teil einer (Tages)-Zeitung etc. gemeint, den man ohne Aufschlagen sieht.
Dieser Bereich war z.B. an Kiosken viel eher sichtbar und es ist meist auch nur dieser Teil der Zeitung im Schaufenster zu sehen.
Mit der Zeit hat sich der Begriff auch im Web durchgesetzt. Hier bezeichnet er einfach den Teil einer Website, der ohne Scrollen sofort sichtbar ist. Also der Teil, den man sieht, wenn man eine Website aufruft und nicht scrollt. Deshalb wird teilweise auch von „Above the Scroll“ gesprochen.
SEO
Doch warum ist es wichtig, ob etwas über oder unter dem „Falz“ liegt?
Im SEO-Bereich ist das recht einfach zu erklären. Jeder von uns kennt die Google-Suchergebnisseite.
Suchergebnisse, die dort „Above the Fold“ angezeigt werden, sind je nach Bildschirmauflösung und Suchbegriff unterschiedlich. Die Positionen 1-4 sind in der Regel aber sofort sichtbar und werden auch deshalb am meisten angeklickt.
Aber auch andere Ergebnisse der Universal Search werden „Above the Fold“ angezeigt, wie etwa Google Maps Einträge und passende Bilder. Deshalb ist es wichtig sowohl oben in den Suchergebnissen zu sein, als auch die Möglichkeiten der Universial Search zu nutzen.
AdWords
Für AdWords sieht das ähnlich aus.
Die Google AdWords Anzeigen werden über und neben den organischen Suchergebnissen eingeblendet. Da ist die Klickrate in den Regel auch höher, wenn die Anzeige „Above the Fold“ liegt.
Aber dies spielt besonders bei den AdWords-Anzeigen im Content Network eine wichtige Rolle. Besser bekannt als AdSense-Anzeigen. Diese werden von den Seitenbetreibern ja ganz unterschiedlich eingebaut und man kann als Werbekunde seit einiger Zeit einstellen, ob die eigenen Anzeigen nur „Above the Fold“ erscheinen sollen.
Das macht besonders viel Sinn, wenn man auf TKP-Basis bezahlt. Das bringt mich zum folgenden Punkt.
Werbung
Wenn man zur Vermarktung der eigenen Projekte Werbebanner schaltet, so läuft das in der Regel auf TKP-Basis. Man bezahlt also nach Einblendungen und nicht nach Klicks.
Hierbei sollte man darauf achten, ob das eigene Banner „Above the Fold“ eingebaut wird oder erst nach dem Scrollen sichtbar wird. Denn viele User scrollen nicht und man bezahlt dann für Einblendungen, die niemals ein Leser zu Gesicht bekommt.
Deshalb sind Bannerplätze weiter oben meist auch teurer. Aber das kann sich aus den genannten Gründen auf jeden Fall lohnen.
Blog-Layout
Kommen wir zum wichtigsten Einsatzgebiet des „Above the Fold“-Prinzips.
Man sollte bei der Gestaltung des eigenen Blog-Layouts darauf achten, dass die wichtigsten Traffic-Elemente sofort im sichtbaren Bereich liegen.
Das betrifft unter anderem die folgenden Punkte:
- Navigation
Das ist sicher klar. Die Hauptnavigation mit den wichtigsten Links sollte ganz oben zu finden sein, so dass jeder neue Leser sofort diese Navigation sieht. - Kategorien
Das gehört zum Teil noch mit zur Navigation. Der erste schnelle Eindruck ist wichtig. Die Blog-Kategorien zeigen neuen Usern sehr schnell, um was es auf einem Blog geht. - Suche
Das Blog-Suchformular sollte ebenfalls sofort sichtbar sein. Leser, die etwas bestimmtes suchen, nutzen meist das Suchformular uns sollten es sofort entdecken. - Top/Aktuelle Artikel
Oft ist es sinnvoll eine Auflistung der letzten und der beliebtesten Artikel im sofort sichtbaren Bereich unterzubringen. Sowohl Stammleser, als auch neue Besucher finden dadurch gleich ein paar aktuelle und interessante Artikel. - RSS
Der Button/Link zum RSS-Feed sollte möglichst weit oben stehen, damit interessierte User diesen leichter abonnieren können und man mehr Stammleser bekommt. - Twitter & Facebook
Auch diese Buttons/Links sollten weit oben stehen, da man über diese Kommunikationskanäle möglichst viele User binden will, die dann später wieder als Leser zurückkommen und sogar als Multiplikatoren dienen. - Social Voting Buttons
Das ist durchaus umstritten. Manche platzieren diese lieber unter einem Artikel. Man sollte auf jeden Fall mal testen, ob diese Voting-Buttons über einem Artikel mehr Stimmen bringen. - Sneeze Pages
Diese Sammlung der besten Blog-Artikel sorgt dafür, dass neue User die besten Artikel durchforsten und für viele Pageviews sorgen.
Wichtig ist dabei zu beachten, dass je nach Bildschirmauflösung die rechte Seite des eigenen Blogs nicht sichtbar ist. Man sollte also die wichtigsten Elemente oben und eher links einbauen.
Ein gutes Online-Tool zur Anzeige des „Above the Fold“-Bereichs wird von Google bereitgestellt.
Fazit
Das „Above the Fold“-Prinzip trägt der Tatsache Rechnung, dass sich viele Internet-Nutzer in wenigen Sekunden eine Meinung bilden und dann entscheiden, ob sie länger bleiben oder nicht.
Dies sollte man beachten, sei es auf dem eigenen Blog oder außerhalb.
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Obwohl dies ein sehr guter Artikel ist, möchte ich noch etwas hinzufügen, was meiner Meinung nach auch Abobe the fold sein sollte…
Eine ‚About Box‘ (zumindest bei Blogs), damit neue Besucher socort sehen, mit wem sie es zu tun haben. Ein ordentliches Bild des Hauptautors/Betreibers sollte hier selbstverständlich sein um Vertrauen zu schaffen.
Gruß
Jens
Den Aspekt mit den „Kategorien“ habe ich noch gar nicht beachtet. Dass diese aber above the fold sein sollten, hört sich sehr sinnvoll an. Das ist einer der ersten Eindrücke, den der Besucher haben möchte, damit er weiß, um was es in diesem Blog geht. Danke für den Hinweis!
Wieder mal ein sehr guter Artikel. Danke dafür. :-)
Das Blog-Suchformular sollte ebenfalls sofort sichtbar sein. Leser, die etwas bestimmtes suchen, nutzen meist das Suchformular uns sollten es sofort entdecken.
Bei Süddeutsche.de muss ich erst das Suchformular suchen, bevor ich es benutzen kann….
Ansonsten haben bei mir meist die selbst verfassten Bücher den Top-Platz :-)
Erstmal natürlich Danke für den Link zum Google-Tool. Sieht ja gruselig aus. :-) Bringt einen aber wenigstens dazu, nochmal über die Struktur der eigenen Seite nachzudenken.
Das mit dem Suchformular ist immer so eine Sache: Wenn man Besucher hat die einfach nicht suchen, dann kann man es ganz bequem auch ganz nach unten sortieren, denn dann ist der obere Bereich frei für etwas Wichtiges.
Und wer suchen will, der sucht auch in einem Suchformular für das er erst scrollen muss.
Gruß, Max
Zu der Diskussion der Platzierung der Social Voting Buttons wäre es interessant mal die Ergebnisse eines A/B-Tests zu sehen.
Ansonsten ein wirklich interessanter Exkurs zur Herkunft des „Above the Fold“-Begriffes. Dies war mir in dieser Form noch nicht bekannt.
Ich bin der Meinung, dass auf der Startseite ein schönes Inhaltsverzeichnis ähnlich wie bei WIki immer gut ankommt.