Schlechte Nachrichten für mehr Traffic nutzen – Vor- und Nachteile

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Heute möchte ich eine etwas heikle Methode zur Traffic-Generierung ansprechen. Deshalb gleich am Anfang der Hinweis, dass man damit vorsichtig umgehen sollte.

Es geht um “schlechte Nachrichten” und wie man diese einsetzen kann, um mehr Besucher anzulocken.

Natürlich werde ich auch auf die Nachteile eingehen und zeigen, wie man die Balance hält.

Aufmerksamkeit erzeugen

Schaut man heute in die Zeitung oder den Fernseher, dann wird man permanent mit schlechten Nachrichten überhäuft. Die Erfahrung zeigt einfach, dass die Aufmerksamkeit der Nutzer bei schlechten Nachrichten deutlich höher ist.

Das kann man sich natürlich auch im Web zu nutze machen. Allerdings mit einigen Vorbehalten, auf die ich gleich noch eingehen werde.

So bringt es sicher mehr Aufmerksamkeit, wenn man einen Artikel schreibt wie “Neue AdSense-Richtlinien sorgen für Einbruch bei AdSense-Einnahmen”, als wenn man schreibt “Die neuen AdSense Richtlinien sind da”.

Weiter unten werde ich aber zeigen, dass schlechte Nachrichten allein sicher nicht der beste Weg sind.

Vor- und Nachteile schlechter Nachrichten

Aber nun möchte ich erstmal die Vor- und Nachteile von schlechten Nachrichten beleuchten.

Schlechte Nachrichten bringen oft mehr Leser. Das ist einfach so, auch wenn es einem nicht gefällt. Besonders bei brandaktuellen Themen kann man dadurch viele neue Besucher gewinnen.

Nachteilig ist dabei meiner Meinung nach aber, dass Print und TV es einfach übertreiben. In den Köpfen der Menschen wird dadurch eine negative Grundstimmung erzeugt, die man bei den eigenen Blog-Besuchern sicher nicht möchte.

Ein gutes Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung betrifft einen Podcast (ich höre viel und gerne Podcasts). Das Folgende gilt aber auch für Blogs.

Dieser Podcast hat mir immer sehr gut gefallen. Es ging um Computer-Technik und ich habe die Podcaster sehr gern regelmäßig gehört.

Irgendwann haben diese aber einen Themen-Bereich in ihren Podcast hinzugefügt, wo es um problematische und negative Entwicklungen staatlicher Überwachung im Netz etc. ging. Wöchentlich wurde da geklagt, gejammert und negative Dinge berichtet.

Versteh mich nicht falsch. Ich finde das an sich ein wichtiges Thema. Der Effekt war bei mir aber, dass ich nach jeder Folge deprimierter war und mir das Hören des Podcasts keinen Spaß mehr gemacht hat. Irgendwann habe ich dann aufgehört den Podcast zu hören, da ich nicht jede Woche wieder mit einer schlechten Stimmung dastehen wollte.

Hätten die Podcaster nur alle paar Wochen darüber berichtet oder z.B. Sonderfolgen hin und wieder veröffentlicht, dann wäre das für mich Okay gewesen. So aber hat es für mich den kompletten Podcast kaputt gemacht.

Schlechte Nachrichten nutzen

Und das kann auch passieren, wenn man es in seinem eigenen Blog mit schlechten Nachrichten übertreibt.

Um das zu vermeiden, sollte man verhältnismäßig wenige negativ Artikel bringen. Wenn ich auf Selbstaendig-im-Netz.de z.B. täglich Artikel wie “Google Analytics illegal? – Wie böse ist Google wirklich?” oder “Jugendschutz im Web und die Konsequenzen – Der neue JMStV” bringen würde, dann hätte ich sicher nicht so viele zufriedene Stammleser.

Stattdessen sollten die motivierenden und positiven Artikel meiner Meinung nach überwiegen. Diese bilden dann auch den richtigen Kontrast zu den schlechten Nachrichten. Schlechte Nachrichten wirken dann deutlich besser, wenn man diese nicht täglich präsentiert und die Leser nicht schon abgestumpft sind.

Zudem sollte man auch bei schlechten Nachrichten immer Lösungen mit anbieten. So habe ich das z.B. bei einem Artikel zu Google Analytics getan. Das kann entweder direkt im selben Artikel oder in einem Nachfolgeartikel passieren.

Man sollte die eigenen Leser aber in aller Regel nicht mit der schlechten Nachricht im Regen stehen lassen, sondern Lösungen anbieten und einen positiven Artikelabschluss finden. Das erhöht auch die Wahrnehmung der eigenen Kompetenz, als wenn man nur als weiterer Jammerer dasteht.

Auch wenn viele Menschen auf negative Nachrichten erstmal reagieren und diese lesen, so sind die meisten dann doch dankbar, wenn man positive Tipps gibt und die Leser wieder motiviert.

Fazit

Schlechte Nachrichten können wohldosiert sicher einiges an Traffic bringen.

Man sollte es aber nicht übertreiben und selbst bei schlechten Nachrichten Lösungen und Tipps anbieten bzw. zumindest für die angemessene Perspektive sorgen, anstatt die eigenen Leser nur zu verunsichern.

Wie geht ihr mit schlechten Nachrichten in eurem Blog um und welche Erfahrungen habt ihr dabei gesammelt?


Kommentare

  1. 1

    meint

    Ich hab in einem meiner Blogs eine Meckerecke, in dem ich dem alltäglichen Ärger schreibe. Ich habe aber auch viele Lustige Themen und Artikel, so das keiner Depremiert sein muss. Ich schreib dann zu vielen Themen auch, wie ich mit der Situation umgehe.

  2. 2

    meint

    Hi,
    ich habe vor zwei Jahren erlebt, was passieren kann, wenn man eine richtig schlechte Nachricht verbreitet. Mir ist mein Server so dermaßen zusammengebrochen, weil gefühlt halb Fußballdeutschland (naja, so viel war es dann wohl doch nicht) auf einmal auf meine Seite zugegriffen hat.

    Es handelte sich um diesen Artikel hier: Zwangsabstieg: TuS Koblenz erhält keine Lizenz!

    Der Artikel wurde an zwei Stellen verlinkt und danach ging gar nichts mehr. :-)

    Ich kann also absolut bestätigen, dass richtig schlechte Nachrichten ein enormes Trafficpotential besitzen.

  3. 3

    meint

    Kann ich ebenfalls bestätigen.
    Ich betreibe ein Stadt-Blog von meiner Heimatgemeinde auf dem ich auch schon mal über Unfälle, Einbrüche, etc. berichte.
    Bei dieser Art von Artikeln kann man immer einen heftigen Trafficanstieg feststellen.
    Denke aber dass ich eine gute Mischung aus positiven und negativen Meldungen habe.

  4. 4

    meint

    Ich hatte mal eine kleine Newsseite und da haben wir recht schnell über den Unfall bei Wetten dass damals gepostet. Wurde dann auch über Twitter geteilt und wir hatten unglaubliche Besucherzahlen.

  5. 5

    meint

    Das mit den Schlechte Nachrichten als Traffic quelle kann auch nach hinten los gehen, folgendes Szenario ist schon befreundeten Firmen passiert.

    Man Berichtet zum Beispiel über eine “neue Betrugsmasche im auf ebay”, die leute sehen den eintrag, haben grad weil sie zum Beispiel im Büro sind keine Zeit ihn zu Lesen, also wollen sie ihn abends lesen, um ihn wieder zu finden suchen sie nun auf Google nach dem Namen deiner Webseite + Betrug da sie den genauen Titel nicht mehr kennen.

    Das Passiert dann nicht nur einmal sondern etwas öfter und ganz schnell wir “deinewebseite.de Betrug” in die Google Suggest aufgenommen, also immer wenn dann jemand nach deiner Seite bei google vorgeschlagen die Suchanfrage mit “betrug” zu vervollständigen was einen immensen image schaden verursachen kann, also immer etwas Vorsicht bei der Negativen Wortwahl ;-)

  6. 7

    meint

    Was ich bei dieser Taktik nicht verstehe, ist das Ziel. Nur hohe Besucherzahlen nutzen eigentlich keinem. Sind qualifizierte Besucher, die etwas kaufen, etwas klicken oder sich aktiv beteiligen nicht viel wichtiger für den Seitenbetreiber.
    Ich sehe mit diesem Vorgehen die Gefahr, dass man die falsche Zielgruppe (nicht böse gemeint) auf die Seiten bringt. Im realen Leben macht es für eine Boutique auch keinen Sinn den Laden nur voll zu bekommen.

  7. 8

    meint

    Wie heißt es doch so schön: “Bad news are good news”.
    Es ist ja auch irgendwie langweilig Nachrichten zu lesen, bei denen alles gut läuft. Muss da nur an die ganzen Penguin 2 Panik Artikel denken die unglaublich viel Aufmerksamkeit bekommen haben.

  8. 9

    meint

    Ich finde auch, dass diese Art von Trafficerzeugung nicht allzu sinnvoll ist. Wenn der Traffic nicht wirklich zielgerichtet ist, ist er genauso effektiv wie kein Traffic. Da muss man schon Glück haben, wenn mal jemand ausversehen auf ne personalisierte Adsense Anzeige oder sowas klickt. lg Sophie

  9. 10

    meint

    Schlechte Nachrichten funktionieren gut. Habe es damals mal mit der GEMA-Problematik für DJs probiert. Hatte einen Artikel dazu in meinen News geschrieben und einmal auf Facebook geteilt, darauf wurde dieser sehr oft geteilt und daher kam sehr viel Traffic auf die Seite. Netter Nebeneffekt – Auch im Googleranking zum passenden Keyword hatte sich eine Platz 2 PLatzierung eingestellt.

  10. 11

    meint

    Ich kann die Vorteile von “schlechten Nachrichten” durchaus bestätigen, besonders viel Erfolg hatte ich bisher, wenn ich zu den Ersten gehörte, die eine solche Meldung verbreitet haben.

  11. 12

    meint

    Warum sollte das schlecht sein? Traffic ist Traffic – ich finde die Idee gut, lieber Besucher die wegen schlechten Nachrichten vorbei schauen, als keine.
    lg

  12. 13

    meint

    meine Meinung dazu: Meckereien bzw Jammereien zum Selbstzweck kommen bei der Leserschaft kaum gut an, dafür lockt man nur noch mehr Trolle an, auf die man als Blogger gut verzichten kann;-)

    dagegen halte ich kritische Anmerkungen, Betrachtungen über gesellschaftliche Verwerfungen und Korruption, auch wenn sie grenzwertig ist, oft für sehr angebracht, die deutsche, seriöse Blogosphäre ist bisher ein ideales, zensurfreies Medium dafür, wo sonst noch?

    Gruss, Juergen.

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