Tipps für eine gute Lesbarkeit von Blog-Artikeln

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SEO und gute Inhalte sind für den Erfolg eines Blogs wichtig, aber das reicht nicht.

Immer wieder weise ich im Blog und auch hier im Newsletter darauf hin, dass man sich von der Masse der Blogger und Website-Betreiber abheben muss. Und dazu gehört auch der eigene Schreibstil und die Lesbarkeit der eigenen Inhalte.

In dieser Newsletter-Ausgabe gehe ich deshalb auf die Lesbarkeit ein und gebe Tipps wie man diese verbessert.

Warum ist eine gute Lesbarkeit wichtig?

Es reicht eben nicht, in einem Artikel sehr gute und interessante Inhalte einzubauen. Diese müssen für einen Leser auch gut erfassbar sein.

Hier kommt die Lesbarkeit ins Spiel und ich will das mal an einem Beispiel-Text über Tipps für gute Überschriften verdeutlichen.

Beispiel 1:
“Überschriften sind sehr wichtig und deshalb sollte man auf jeden Fall daran denken, die Überschriften sehr auffällig und auch mit wichtigen Suchbegriffen, die zu dem Artikel passen zu versehen. Allerdings sollte man es nicht übertreiben und keine zu langen Überschriften, keine fremdsprachlichen Ausführungen und auch keine missverständlichen Fachbegriffe verwenden, um nicht Gefahr zu laufen, die potentiellen Leser schon mit der Überschrift abzuschrecken. Natürlich sollte man auch bedenken, dass die Überschriften sowohl natürlich für die menschlichen Leser wichtig sind, aber auch für die Suchmaschinen, die Überschriften in der Suchmaschine als Link zum Artikel auflisten und damit sehr wichtig machen.”

Beispiel 2:
Überschriften sind wichtig:
Überschriften in einem Blog sind sehr wichtig. Sowohl Leser, wie auch Suchmaschinen werden davon beeinflusst.

Der Einfluss auf die Leser sieht wie folgt aus:

  • Leser sehen die Überschrift z.B. in Twitter oder Social Networks. Deshalb muss die Überschrift sofort Interesse wecken.
  • Die Überschrift muss klar sein und deutlich machen, worum es in dem Artikel geht.
  • Die Überschrift sollte die wichtigsten Suchbegriffe enthalten.

Für Suchmaschinen spielen die Überschriften ebenfalls eine wichtige Rolle…”

Man sieht schon auf den ersten Blick den Unterschied, auf den ich hinaus will. Man kann die Lesbarkeit aber auch wissenschaftlich ermitteln.

Der Lesbarkeitsindex

Es gibt eine Reihe von Methoden die Lesbarkeit eines Textes mathematisch zu errechnen.

Eine davon ist die Flesch-Formel. Diese wurde vom Autor Rudolf Flesch entwickelt und basiert auf der folgenden Formel: FI = 206,835 – 84,6 x WL – 1,015 x SL.

Dabei steht FI für den Flesch-Index, WL für die durchschnittliche Wortlänge in Silben und SL für die durchschnittliche Satzlänge in Wörtern.

Daraus ergibt sich dann ein Wert, der umso besser ist, je höher er ausfällt. Zumindest ist der Text dann leichter lesbar. Je nach Zielgruppe des eigenen Blogs kann aber auch ein niedriger Flesch-Index gewünscht sein. ;-)

Online-Check

Auf stilversprechend.de kann man den Flesch-Lesbarkeitsindex für Texte automatisch ermitteln lassen. So hat Beispiel 1 z.B. einen Index von 36 bekommen, während Beispiel 2 immerhin einen Wert von 68 erhalten hat.

Auf der Wikipedia-Seite findet sich auch eine Erläuterung, was die Ergebnisse bedeuten. So ist die Lesbarkeit von Beispiel 1 schwer und von Beispiel 2 mittel. Je schlechter der Wert ist, umso eher geht man zudem davon aus, dass eine höhere Schulbildung und damit auch eine bessere Sprachkenntniss notwendig ist.

Doch es führt eben auch dazu, dass ein Teil der Leser den Text nicht versteht, was natürlich nicht ideal ist. Deshalb sollte man versuchen eher komplexe Sachverhalte durch eine gute Lesbarkeit so vielen Lesern wie möglich nahe zu bringen.

Tipps zur besseren Lesbarkeit

Aber neben dieser wissenschaftlichen Analyse, die nur den reinen Text analysiert, gibt es in meinen Augen weitere wichtige Tipps für eine bessere Lesbarkeit.

Die folgenden Tipps verbessern die Lesbarkeit eines Online-Textes:

  • Schriftart
    Eine gut lesbare Standardschrift sollte verschnörkelten Designerschriften vorgezogen werden.
  • Schriftgröße
    Zu kleine Schrift ist tödlich für die Lesbarkeit. Lieber ein wenig zu groß als zu klein.
  • Zeilenabstand
    Der normale Zeilenabstand ist nicht so optimal. Mit dem CSS-Befehl “line-height” kann man den Zeilenabstand etwas vergrößern.
  • Kontrast
    Die Wahl der Farben sollte so sein, dass ein guter Kontrast vorhanden ist. Dunkelblau auf Hellblau ist z.B. eher suboptimal und teilweise schwer lesbar.
  • Einrückungen
    Man kann den Text teilweise, wenn es inhaltlich passt, auch einrücken. Somit erkennt der Leser schon beim Überfliegen eine Struktur.
  • Absätze
    Das gleich gilt auch für die Absätze. Ich sehe immer wieder Fachartikel, die 1.000 Wörter hintereinander weg schreiben. Stattdessen sollte man immer wieder Absätze einbauen.
  • Zwischenüberschriften
    Und auch die Zwischenüberschriften sind sehr wichtig, um den Artikel zu strukturieren und das Scannen und das Lesen zu erleichtern.
  • Blocksatz
    Blocksatz sollte man nicht verwenden. Man sollte den Text lieber linksbündig im “Flattersatz” stehen haben. Beim Blocksatz verliert der Leser zu leicht die richtig Zeile.
  • Einführung
    Ganz am Anfang des Artikel sollte man in einer Einführung den Artikel kurz umreißen. Nach wenigen Sätzen sollte der potentielle Leser genau wissen, was ihn hier erwartet.
  • Auflistungen
    Sehr hilfreich sind auch Auflistungen. Diese sind perfekt für einzelne Argumente und Stichworte.
  • Satzlänge
    Verschachtelte Endlossätze sind nur schwer lesbar. Deshalb sollte man direkt auf den Punkt kommen und kurze Sätze schreiben. Nicht noch einen Nebensatz und noch einen.
  • Fachchinesisch
    Die Wahl der Sprache sollte dem Thema und der Zielgruppe angemessen sein. Einsteigern sollte man also nicht in einer Tour Fremdwörter und Fachbegriffe um die Ohren hauen.

Dies sind nicht unbedingt alle möglichen Optimierungen. Sie sollten die Texte eines Blogs aber schon sehr verbessern.

Fazit

Wer sich wundert, warum trotz SEO-Maßnahmen und guten Inhalten die Leser ausbleiben, der sollte mal die Lesbarkeit seiner Artikel überprüfen. Das ist, wie ich täglich im Web sehe, bei vielen Bloggern auf jeden Fall noch eine Baustelle.


Kommentare

  1. 3

    meint

    “Blocksatz sollte man nicht verwenden. Man sollte den Text lieber rechtsbündig im “Flattersatz” stehen haben. Beim Blocksatz verliert der Leser zu leicht die richtig Zeile.”

    Echt, rechtsbündig? Warum nicht linksbündig, wir lesen doch in der Regel von links nach rechts?

    Ansonsten toller Artikel!

    lg

    Anika

  2. 4

    meint

    Ich kann mich voll und ganzen deinem Artikel anschließen. Auch aus SEO-Sicht sehr wichtig, gerade Listen mag Google und Co sehr, weil es auch einfach übersichtlicher ist für die Leser. Bei professionellen Artikelschreibern ist dies sogar schon Pflicht Listen zu benutzen.

  3. 6

    meint

    Autsch, ein Flesch-Wert von 55… Hatte mir bisher wenig Gedanken darüber gemacht muss ich gestehen. Macht natürlich Sinn das Google die Thematik auch auf dem Schirm hat…

  4. 7

    Dang meint

    Alles sehr gute Punkte, die auf gar keinen Fall vernachlässigt werden sollten. Als Beispiel möchte ich meinen Blogartikel muenchen-sehen.com/2013/05/26/china-filmtage-martial-arts-events-im-kino-monopol/ aufführen, für das ich privat aus purer Interesse am Martial Arts Film einen Artikel geschrieben habe. Der Artikel gefiel den Veranstaltern dann sehr gut. Wenn Artikel für die Menschen geschrieben wird, dann erreicht man auch viel mehr.

  5. 8

    meint

    Faszinierend wie man stetig neue Aspekte geliefert bekommt um den Blog leserfreundlicher zu gestalten. Da habe ich auch gleich mal getestet und gerade bei der Satzlänge sollte man (oder zumindest ich) wirklich aufpassen. Auch die Auflistungen sind ein Aspekt den ich in Zukunft stärker beachten werde.

  6. 9

    meint

    Auf die Idee, dass Google selbst auch Listen mag, bin ich so noch gar nicht gekommen. Dabei ist das eigentlich total logisch, denn die heben sich vom Fließtext ja nicht nur optisch deutlich ab.

  7. 10

    meint

    Was ist denn der Grund dafür, dass man Blocksatz nicht so gut lesen können soll? Bücher sind doch bspw. auch alle in Blocksatz geschrieben und belasten dabei auch nicht die Augen.

  8. 11

    meint

    Danke für die Tipps. Vor allem stilversprechend.de fand ich super. Man hat so schnell und einfach eine Bewertung seines Schreibstils. Unser Wert liegt zwischen 65 und 75, was für den Großteil der Leser dann ja verständlich sein sollte.

  9. 12

    meint

    @Lisa: Das Problem ist, dass einige Browser (vor allem ältere) den “Blocksatz-Code” nicht so interpretieren, wie sie sollten. Wenn man Pech hat, sieht der Text im Artikel ziemlich mies aus, evtl. werden Inhalte auch gar nicht erst (korrekt) dargestellt. Klärt mich auf, falls ich damit falsch liege ;)

  10. 13

    meint

    Spannender Beitrag. Das Ganze gilt auch für Offline-Kommunikation, sprich: geschriebene Texte. Vor allem gibt es noch einen weiteren Effekt: Gut lesbare und strukturierte Texte lassen den Leser im Unterbewusstsein auf die Kompetenz des Autors schließen. Ich hab dazu in meinem Blog was geschrieben: http://pabstblog.de/2013/08/machs-doch-groesser/

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