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   6.Juni 2012 - Peer Wandiger

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Der eigenen Blog als Buch - InterviewIm heutigen Interview spreche ich mit Frau Dr. Martin von Bloggingbooks.de.

Was es mit diesem Verlag auf sich hat und warum Blogger aus ihren Artikeln ein Buch machen sollten, erfahrt ihr im folgenden Interview.

Viel Spaß dabei.

1. Guten Tag Frau Dr. Martin. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern vor.

Es ist gar nicht so einfach, sich ohne konkrete Frage vorzustellen.

Vermutlich interessiert am ehesten mein universitärer Hintergrund: Ich wurde an der Fakultät für Geschichtswissenschaften an der Ruhr Universität Bochum promoviert. Das Thema meiner Dissertation lautet: “Das Eigene in der Fremde: grenzüberschreitende Beziehungen in der deutsch-französischen Kontaktzone des Saar-Mosel-Raumes (1850-1914)”.

In meinem Forschungsgebiet bin ich sozusagen hängen geblieben und pendle nun täglich zwischen Frankreich und Deutschland.

Von einer Anstellung im Archiv, über einige Forschungsprojekte bin ich vor 5 Jahren in der Verlagsbranche angekommen und entwickle neue Verlagskonzepte. Mein letztes Projekt ist Bloggingbooks.

2. Was genau ist Bloggingbooks.de?

Kurz und knapp: Bloggingbooks ist ein Verlag der Blogs als Buch verlegt.

3. Wie ist die Idee zu Bloggingbooks.de entstanden und wie wurde die Plattform bisher angenommen?

Bei einem Gespräch mit dem Blogger und IBM Marketing Manager Stefan Pfeiffer kamen wir auf das Thema “Blogs und Bücher” zu sprechen. (Das Buch “Das Soziale Zeitalter” von Stefan Pfeiffer)

Die Idee Blogs zu Büchern zu machen fand ich spannend und die Inhalte vieler Blogs überzeugen – und so haben wir das Verlagsprojekt gestartet.

Die meisten von uns kontaktierten Autoren reagieren positiv, obwohl es freilich auch Blogger gibt, die unser Konzept nicht interessant finden.

4. Warum sollte man als Blogger seine Artikel in Buchform veröffentlichen? Welche Vorteile bringt das?

Grundsätzlich geht es doch hierbei um die Frage: Gibt es etwas, das kann ein Buch leisten kann, was ein Blog nicht zu leisten vermag?

Sind wir Analog-Nostalgiker oder einfach nur zu langsam für die digitale Geschwätzigkeit, um einen Artikel zum Thema “Digital-Analog” von Jim Rakete zu zitieren?

Das sicher nicht, Bloggingbooks ist lediglich eine bewusste Entscheidung für das Medium Buch – sei es als gedrucktes Buch oder eBook.

Aus meiner Sicht rivalisieren Blogs und Bücher nicht miteinander. Beide Medien bieten vielmehr einen komplementären Ansatz der Textwiedergabe. Ein Blog präsentiert sich als chronologisch abgelegter Dauerkommentar, ist aktuell, schnell, spontan.

In einem Buch hingegen – sei es als gedruckte Version oder eVersion – können diese Texte selektiv erfasst, sortiert, kontextualisiert und reflektiert werden und bieten so eine Art systematisierte Momentaufnahme, die nachhaltig im Buchhandel verfügbar ist. In dem Buch findet der Blogger demnach ein Medium, in dem er seine Texte anders präsentieren kann als im Internet.

Weitere Vorteile sind u.a.:
- Auch wenn ein Blog nicht mehr online ist, sind die Inhalte nicht verloren, sondern weiter im Buchhandel verfügbar
- Es gibt Menschen, die lesen einfach keine Blogs, sondern greifen immer noch auf die klassische Informationsquelle „Buch“ zurück.

5. Wie genau funktioniert es, bei Ihnen zu publizieren?

Entweder sprechen wir die Blogger an oder wir werden auf einen Blog aufmerksam gemacht.

Wir sehen uns dann die Blogbeiträge an und entscheiden, ob diese für eine Publikation geeignet sind. Sind wir interessiert, erhält der Blogger ein Vertragsangebot und kann sich als Autor auf der Verlagswebsite registrieren.

Dann beginnt die Arbeit am Manuskript. Diese erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit mit einem unserer Autorenbetreuer. Sobald das Manuskript druckreif ist und alle weiteren Buchdaten zur Verfügung stehen, beginnt der Publikations- und Vermarktungsprozess. So einfach ist das.

6. Welche Kosten sind damit verbunden und wie lange dauert es, bis ein Bloggingbook erscheint?

Kosten entstehen unseren Autoren keine. Wir meinen, dass ein Verlag vom Verkauf seiner Bücher leben sollte und nicht vom Geld seiner Autoren.

Liegen uns alle Buchdaten vor, geht alles sehr schnell und das Buch ist etwa eine Woche später im Buchhandel erhältlich (z.B. bei amazon, buecher.de etc.).


7. Wie sieht es mit dem Vertrieb aus und welche Marketing-Maßnahmen empfehlen Sie den Autoren?

Wir vertreiben unsere Titel weltweit. Unsere Bücher können dabei nicht nur über die gängigen Onlinehändler wie amazon oder morebooks erworben werden sondern auch ganz klassisch beim Buchhändler “um die Ecke”.

Wir bieten unseren Autoren alle nur erdenklichen Hilfestellungen um ein gutes Marketing für ihre Bücher betreiben zu können. Einen Königsweg gibt es hier sicherlich nicht, grundsätzlich bieten sich jedoch alle “sozialen Medien” an.


8. Was kann man mit seinem Blog-Buch verdienen?

Der Autor erhält 12 % Honorar auf unsere Buchverkäufe ab einem gewissen Mindestumsatz.

Darüberhinaus generieren unsere Autoren häufig einen attraktiven Nebenverdienst durch den Eigenverkauf der hochrabattierten Autorenexemplare. Hier kann der Autor bis zu 40 % Gewinnmarge erwirtschaften.


9. Welche Features und Angebote planen Sie für die Zukunft?

In naher Zukunft starten wir mit der Publikation der eBooks unserer Titel bei Amazon Kindle und im ibookstore.


10. Was sind ihre wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Buchveröffentlichung?

gute Texte schreiben
gute Texte schreiben
und
gute Texte schreiben


Danke für die Einblicke


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19 Kommentare
  1.  
     

    1 Ein Kommentar von Marvin am 6 Jun, 2012

    Das Verfahren klingt sehr interessant; ich denke auch gerade Blogs, die zukünftig nicht mehr so aktiv sind, aus welchen Gründen auch immer können so noch ein wenig Autorität behalten.
    In diesem Artikel wurden ja schon kurz die nicht vorhandenen Kosten angesprochen (was ich sehr positiv finde), aber wie sieht es denn mit den Verdienstmöglichkeiten aus?
    LG

     
     
  2.  
     

    2 Ein Kommentar von Johnny am 6 Jun, 2012

    Leute, lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Heutzutage kann man eBooks und Printbücher (Createspace) sehr leicht selbst herstellen (ohne Kosten) und als Blogger hat man dazu noch 90 Prozent des interessierten Publikums auf der eigenen Website. Aus einem Blog ein eBook machen und parallel anbieten ist für viele Blogs sicher eine gute Idee und mit 70 % Anteil beim selbstverlegten eBook auch richtig lukrativ. Wozu man da einen Verlag zwischenschalten und mit den eigenen Inhalten sponsern soll, ist mir absolut schleierhaft.

     
     
  3.  
     

    3 Ein Kommentar von Stephan am 6 Jun, 2012

    Die frage habe ich mir auch schon gestellt. Vielleich kann das noch beantwortet werden.

     
     
  4.  
     

    4 Ein Kommentar von Peer Wandiger am 6 Jun, 2012

    Das werde ich nochmal nachfragen.

     
     
  5.  
     

    5 Ein Kommentar von Frank am 6 Jun, 2012

    Ich erlebe gerade bei der Blog-EM 2012, dass manche Themen ein breiteres Publikum ansprechen und manche eben nicht.
    In meinem Fall geht es im weitesten Sinne um “Psycho”.

    Also würde mich zusätzlich interessieren, ob bloggingbooks nur “lesestarke” Themen aufgreift und welches diese sind.

    :-)

     
     
  6.  
     

    6 Ein Kommentar von Susanne Braun - Geld-online-Blog am 6 Jun, 2012

    Hallo,

    ich bin vor wenigen Wochen von Bloggingbooks angefragt worden, ob ich nicht aus einem meiner Blogs ein Buch zu gestalten möchte. Da bin ich gerade dabei und werde in den nächsten Tagen über das Autorensystem das Buch fertigstellen.

    Wenn ich das Druckexemplar vorliegen habe, werde ich über meine Erfahrung mit Bloggingbooks, die Buchgestaltung und die Verdienstmöglichkeiten einen Artikel auf meinem Geld-online-Blog veröffentlichen.

    Grüße
    Susanne

     
     
  7.  
     

    7 Ein Kommentar von online lesen am 6 Jun, 2012

    Ein schönes inovatives Unterfangen. Das gefällt mir sehr gut!

     
     
  8.  
     

    8 Ein Kommentar von Felix am 6 Jun, 2012

    Ein interessanter Artikel. Ist denn auch bekannt für welchen Preis solche eBooks von Blog-Seiten angeboten werden sollen? Das wäre noch ein Punkt, welcher mich interessieren würde!

     
     
  9.  
     

    9 Ein Kommentar von Malte am 7 Jun, 2012

    Gibt es vielleicht eine Übersicht von Blogs, bzw. Büchern, die schon publiziert wurden?
    Grundsätzlich halte ich die Idee für interessant, da es manchmal angenehmer ist in einem Buch zu lesen als am PC.

     
     
  10.  
     

    10 Ein Kommentar von Vladislav Melnik am 8 Jun, 2012

    Hi Peer,

    tolle Catchy-Einleitung. Meine Neugierde hast du geweckt!

    Ich weiß noch nicht so recht, was ich von dem Konzept halten soll. Die Idee seine besten Blogpost als eBook zu veröffentlichen finde ich grundsätzlich gut. Aber ob man daraus richtige Bücher machen soll? Irgendwie gefällt mir der “Medienbruch” nicht so sehr.

    Das Thema mit dem Verlegen von eBooks würde mich auch interessieren. Ich seh’ den Vorteil für Blogger auch nicht so wirklich.

    Viele Grüße
    Vladislav

    @Susanne: Ich bin auf deinen Artikel gespannt! :)

     
     
  11.  
     

    11 Ein Kommentar von Martin am 9 Jun, 2012

    ich denke, dass es auf die Qualität des Blogs ankommt. Wenn einer tatsächlich interessantes und lesenswertes schreibt, ist das wertvolles CONTENT und ist es auch Wert gedruckt oder als ebook publiziert zu werden. Ein Ansatz könnte es durchaus sein, aus div. Blogs zu einem Thema ein Buch zu machen. Was meint ihr dazu?

     
     
  12.  
     

    12 Ein Kommentar von Thomas am 10 Jun, 2012

    Sehr interessanter Beitrag, vorstellen kann ich es mir trotzdem nicht wirklich. Habe ich dort ein Buch, mit sagen wir mal 150 Blogposts, ohne Zusammenhang? Wie muss ich mir das Gesamtwerk denn vorstellen?
    Das Ziel des Interviews ist sicherlich das ich die Seite der Dame besuchen soll, aber ich finde dafür sind die Informationen doch ein wenig knapp, selbst für einen “Appetitanreger”.

    Wie verdiene ich denn als Blogger damit Geld?
    Wer sind denn die typischen Kunden für ein “Blogbuch” über sagen wir mal IT? ITler? Sicher nicht.
    Was kann man denn so veröffentlichen, einen Blog mit Rezepten evtl.?

     
     
  13.  
     

    13 Ein Kommentar von Monika am 11 Jun, 2012

    Hallo,

    auch ich muss mich meinen Vorrednern anschließen. Zunächst ist es ein interessantes Thema. Doch sollte man darauf aufpassen, dass man dort auch etwas von dem Geld bekommt, denn sie machen bestimmt mit jedem Buch einen Gewinn. Außerdem ist noch lange nicht gesagt, wie das Buch dann letzlich angenommen wird.
    Daher aufpassen, ob man sich selbst damit wirklich einen Gefallen tut.
    LG

     
     
  14.  
     

    14 Ein Kommentar von Peer Wandiger am 11 Jun, 2012

    Ich habe nun nochmal bei Frau Dr. Martin nachgefragt, was man verdienen kann. Der Provisions-Anteil ist typisch für einen Print-Verlag.

    Ich habe ihre Antwort unter Punkt 8 ins Interview eingebaut.

    Allerdings sollte auch klar sein, dass Geld verdienen bei diesem Service sicher nicht die höchste Priorität hat.

    Selbst Fachbuchautoren verdienen verhältnismäßig wenig mit ihren Büchern. Da werden Blogger sicher nicht reich werden.

    Es ist mehr die Freunde, was gedrucktes in Händen zu halten.

     
     
  15.  
     

    15 Ein Kommentar von Carla am 11 Jun, 2012

    Das ist ein echt tolles Konzept, obwohl ich als Leseratte wohl vorbelastet bin. Aber durch solche Bücher und eBooks könnten vielen kleine Zeitzeugnisse der Internetwelt entstehen und noch im Nachhinein analysiert und aufbereitet werden. Wer von einem Verlag nichts wissen möchte, weil er keine Anteile für Marketing etc. abgeben möchte, der kann ja auch selbst ein eBook erstellen und den vollen Gewinn machen. So bleibt man sein eigener Herr und kann über die eigene Bloggeraktivität selbst reflektieren.

     
     
  16.  
     

    16 Ein Kommentar von Alexandra am 12 Jun, 2012

    Eine interessante Idee. Mich würde noch interessieren, wie hoch der in Punkt 8 genannte Mindestumsatz ist, also der Betrag, der der Verlag erwirtschaften muss, *bevor* man als Autor diese 12 Prozent Honorar erhält.

     
     
  17.  
     

    17 Ein Kommentar von Andreas am 15 Jun, 2012

    Das ist ja sehr interessant. Gerade auch den Punkt den Marvin ansprich, finde ich interessant.

    Ich habe z. B. ein kleines Blog über die Durchquerung von England (Coast to Coast Walk), der nun noch noch vor sich hindümmpelt. Sicherlich fehlen da noch Informationen, aber evtl. wäre das ein interessantes Thema, um daraus ein Buch zu gestalten.

     
     
  18.  
     

    18 Ein Kommentar von Susanne Braun - Geld-online-Blog am 25 Jun, 2012

    Wie schon in einem Kommentar oben angekündigt, setze ich hier mal den Link zu meinem Erfahrungsbericht über meine Buchveröffentlichung mit Bloggingbooks.

    http://www.geld-online-blog.de/online-geld-verdienen/weitere-konzepte/mit-bloggingbooks-den-eigenen-blog-als-buch-herausbringen-erfahrungsbericht/

    Viele Grüße
    Susanne

     
     
  19.  
     

    19 Ein Kommentar von Lars-Michael Lehman am 28 Sep, 2012

    Ein Hallo in die Runde,
    auch ich wurde von Bloggingbooks.de angeschrieben um ein Sachbuch zu veröffentlichen. Nächste Woche wird mein Buch erscheinen. Ich bin von der professionellen Hilfestellung der Autorenbetreuerin wirklich angetan. Sie hat mir auf jede Fragestellung schnell und kompetent per E-Mail geantwortet und mir bei der Fertigstellung wertvolle Tipps und Hilfe gegeben.
    Dieser Verlage ist wirklich seriös! Ich kann ihn für Blogger jedenfalls empfehlen, besonders wenn es um spezielle Sachthemen geht, ist dieser Verlag eine gute Wahl.
    Lars-Michael Lehmann

     
     

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