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   30.Mai 2012 - Peer Wandiger

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Im heutigen Interview spreche ich mit der Gewinnerin der Frauen Blog-WM 2011. Darin geht es unter anderem um ihre Blog-Erfahrungen und -Tipps.

Zudem sprechen wir natürlich über die Blog-WM 2011, wie sie es geschafft hat diese zu gewinnen und welche Auswirkungen dies hatte.

Viel Spaß.

1. Hallo Alexandra. Bitte stell dich und deinen Blog meinen Lesern vor.

Hallo Peer, mein Name ist Alexandra Kleijn, ich bin Mitte vierzig und arbeite als freiberufliche Übersetzerin.

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden. Vor fünfzehn Jahren lockte mich das Abenteuer dann nach Hannover.

Auf buurtaal – das Wort bedeutet “Nachbarsprache” – schreibe ich über die großen und kleinen Unterschiede zwischen deutscher und niederländischer Sprache und Kultur.

2. Seit wann bloggst du und wie bist du dazu gekommen?

Als Niederländerin in Deutschland bewege ich mich in zwei Kulturen. Obwohl unsere beiden Länder und Sprachen viele Gemeinsamkeiten haben, gibt es eine Menge Dinge, die doch unterschiedlich sind und ein hohes Fettnäpfchen-Potenzial bieten.

Irgendwann kam mir dann die Idee, darüber zu schreiben. Buurtaal ist seit Herbst 2009 online, also seit gut zweieinhalb Jahren. Die primäre Zielgruppe sind Deutsche, die sich für die Niederlande und die niederländische Sprache interessieren.

3. Wie hat sich dein Blog bis heute entwickelt? Wo steht er heute?

Von Anfang an setze ich auf eine Mischung aus sprachlichen und gesellschaftlichen Themen. Diese Kombination macht mir Spaß und ich habe auch das Gefühl, dass sie bei den Lesern gut ankommt.

Was die Reichweite angeht, ist mein Blog mit etwa 22.000 Page Impressions im Monat nicht wirklich riesig, aber auch nicht mehr ganz klein. Obwohl ein Großteil der Besucher über Google zu buurtaal findet, hat sich im Laufe der Zeit eine Art Stammleserschaft gebildet. Durch die rege Beteiligung der Leser in Form von Kommentaren kommt eine Art Community-Feeling auf.

Etwa achtzig Prozent der Leser kommen übrigens aus Deutschland, die restlichen Besucher zum größten Teil aus den Niederlanden.

4. Was ist der Grund dafür, dass du regelmäßig bloggst? Was treibt dich an?

Sprachen waren schon immer meine Leidenschaft und irgendwie habe ich wohl auch ein ziemlich großes Mitteilungsbedürfnis ;-) Ein Blog bietet dafür die ideale Plattform.

Ich versuche, den Lesern auf unterhaltsame Weise etwas über niederländische Grammatik, Aussprache, den Wortschatz sowie über die gesellschaftlichen Gepflogenheiten zu vermitteln.

Buurtaal ist kein systematischer Niederländisch-Kurs, bietet aber trotzdem viele Anknüpfungspunkte für Leute, die die Sprache lernen möchten.

5. Wie findest du neue Artikel-Ideen?

Auch nach so langer Zeit in Deutschland fallen mir immer wieder Sachen auf, in denen sich Deutsche und Niederländer unterscheiden. Manchmal sind es Kleinigkeiten, manchmal auch Grundsätzliches.

Ideen für neue Posts finde ich im Alltag, bei Besuchen in den Niederlanden, in anderen Blogs und Foren, im Austausch mit deutschen und niederländischen Freunden und Bekannten, aber auch spontan auf dem Fahrrad oder in der Badewanne. Etwas kontroversere Themen – wie beispielsweise Sterbehilfe, gleichgeschlechtliche Ehe oder die Vorzüge von Untertiteln im Vergleich zu der in Deutschland üblichen Synchronisation – gehe ich dabei nicht aus dem Weg.

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6. Vermarktest du aktiv deinen Blog? Wenn ja, wie?

Wenn es um das Vermarkten im Sinne von Geld verdienen geht: nein. Ich schalte (bislang) keine Werbung und erziele auch sonst keine Einkünfte mit meinem Blog.

Wohl aber steigere ich damit immer mehr meinen Bekanntheitsgrad als Expertin für Niederländisch. Da ich als Übersetzerin mit Sprachen meinen Lebensunterhalt verdiene, ist dieser Aspekt nicht zu unterschätzen.


7. Was waren für dich die größten Herausforderungen und Probleme, auf die du beim Bloggen gestoßen bist?

Wirkliche Probleme sind mir bislang eigentlich nicht begegnet. Themen habe ich genug und es fällt mir im Allgemeinen nicht schwer, die Disziplin zum Schreiben aufzubringen.

Der größte Gegner ist der Zeitmangel, der mich davon abhält, regelmäßig mehr als einen Artikel pro Woche zu schreiben. Für viele Themen ist der Rechercheaufwand recht hoch. Die Beiträge versehe ich zudem mit selbst gemachten Fotos oder Zeichnungen, die ich in den meisten Fällen erst noch machen muss. Auch das kostet Zeit, macht aber zugleich auch sehr viel Spaß.

Im Moment bin ich jedoch an einem Punkt angelangt, wo ich überlege, ob sich mit buurtaal nicht doch Geld verdienen lässt, um so zumindest einen Teil des doch erheblichen Zeitaufwands zu finanzieren. Dazu will ich mir in nächster Zukunft verschiedene Möglichkeiten anschauen, wobei ich nicht nur über thematisch passende Werbung, sondern auch über ein Spendenmodell nachdenke.


8. Bei der Frauen Blog-WM 2011 hast du den ersten Platz belegt. Wie hast du davon erfahren und was hast du dann gemacht, um am Ende ganz oben zu stehen?

Über die Frauen-Blog-WM habe ich auf selbstaendig-im-netz.de gelesen. Ich habe buurtaal dann spontan angemeldet. Insgeheim hatte ich mir dabei das Erreichen des Achtelfinales als Ziel gesetzt. Dass es danach weiter ging, hat mich in erster Linie überrascht, denn es gab einige ziemlich starke Gegnerinnen.

Bei jeder neuen Runde habe ich im Freundes- und Bekanntenkreis, via Twitter und Facebook und auch direkt im Blog fleißig die Werbetrommel gerührt. Ein paar gute Freunde haben mich dabei tatkräftig unterstützt – mit Erfolg!


9. Hat die Teilnahme positive Auswirkungen für dich bzw. deinen Blog gehabt?

Vor allem nach dem Einzug ins Viertelfinale gab es einen deutlichen Besucheranstieg. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass der Sieg meinem Blog auch dauerhaft mehr Leser beschert hat.

Auf der persönlichen Ebene habe ich mich sehr über den ausgesprochen netten Kontakt zu einigen der Konkurrentinnen gefreut.


10. Zum Schluss würde ich mich über deine wichtigsten Blog-Tipps freuen.

Eine gewisse Begeisterung für das eigene Thema ist das A und O, aber damit sage ich wahrscheinlich nichts Neues. Als Blogger muss man nicht nur Spaß am Schreiben haben, sondern auch einen langen Atem, um die Leser auch langfristig mit interessanten und nützlichen Inhalten zu versorgen. Ehe die Besucherzahlen steigen und die ersten Leser Kommentare hinterlassen, geht schon einige Zeit ins Land.

Kommentare sind übrigens eine hervorragende Möglichkeit, mit den Besuchern in Dialog zu treten. Oft ergeben sich daraus sogar Ideen für neue Blogbeiträge.

Aus meiner Sicht ist es zudem hilfreich, gezielt Zeit fürs Bloggen einzuplanen und diese Zeiten auch einzuhalten. Beständigkeit zahlt sich aus. Als letzten wichtigen Punkt würde ich den Austausch mit anderen Bloggern nennen. Ob durchs Kommentieren bei Anderen, durch Gastbeiträge oder durch die Teilnahme an Blogparaden oder Meisterschaften wie der Blog-WM: Vernetzung inspiriert, motiviert und macht einfach Spaß.


Danke Alexandra

für deine Tipps und Einblicke.


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8 Kommentare
  1.  
     

    1 Ein Kommentar von Heike Lorenz am 30 Mai, 2012

    Glückwunsch!
    Ich hoffe, dass mein Unternehmerhandbuch in diesem Jahr auch ein paar Runden weiter kommt ;-)

    Sonnige Grüße
    Heike Lorenz

     
     
  2.  
     

    2 Ein Kommentar von Jonas Geldschläger am 31 Mai, 2012

    Hey Alex,

    ich habe damals die Meisterschaft verfolgt und wollte mich rückwirkend für den spannenden Wettkampf bedanken. Das war schön…, vor allem da es richtig knapp wurde. Ich lese auch heute noch gern in Deinem Blog.

    Aber nein, kaum noch regelmäßig. Aber Beiträge wie dieser erinnern mich daran und dann gefällt mir Deine Schreibe außerordentlich.

    Gibt es eigentlich einen Grund, warum Du Deinen Titel nicht in der EM behaupten willst?

    beste Grüße
    ich

     
     
  3.  
     

    3 Ein Kommentar von Alexandra am 31 Mai, 2012

    Hey Heike und Jonas, danke euch!

    @Jonas, ich habe lange überlegt, ob ich auch bei der EM mitmache, mich dann jedoch dagegen entschieden. Die Frauen-Blog-WM hat mir letztes Jahr richtig Spaß gemacht und dem Blog auch einen richtigen “Schubs” gegeben, aber sie war auch mit viel (Werbe-)Aufwand und Zeit verbunden. Diese Zeit verwende ich lieber fürs Schreiben ;-)

    Dieses Jahr lehne ich mich also entspannt zurück und schaue, was die anderen Blogs machen. Die Initiative von Peer finde ich nach wie vor toll.

     
     
  4.  
     

    4 Ein Kommentar von P. am 31 Mai, 2012

    Auch ich bin durch die WM auf Buurtaal aufmerksam geworden und dank anhaltender Niederländischaffinität Facebook-Stammleser geworden. Nischenblogs können zweifelsohne Popularität erlangen, Buurtaal ist mit gutem Grund der beste Beweis! :)

     
     
  5.  
     

    5 Ein Kommentar von Francisco am 31 Mai, 2012

    Hi Alex,

    danke für Deinen Hinweis zu diesem Interview. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude an buurtaal – ich habe sie jedenfalls! :-)

    Groetjes
    Francisco

     
     
  6.  
     

    6 Ein Kommentar von Harald am 1 Jun, 2012

    Auch von mir Glückwunsch, der Artikel zeigt mir wieder, dass ich mal meine webseite durch einen Blog CMS ersetzen muss. Die Meisterschaft kannt ich gar nicht.

     
     
  7.  
     

    7 Ein Kommentar von Carina am 4 Jun, 2012

    Super, herzlichen Glückwunsch an Alexandra! Ich habe heute zum ersten Mal einie Beiträge von dir auf buurtaal gelesen und ich als sprachinteressierter Mensch finde es wirklich super interessant, was du da alles schreibst!

    Alles in allem würde ich rückblickend sagen, dass du die Blog WM 2011 verdient gewonnen hast und ich hoffe, dass du weiter fleißig Beiträge veröffentlichst. Eine neue Leserin hast du nämlich gewonnen!

     
     
  8.  
     

    8 Ein Kommentar von Alexandra am 4 Jun, 2012

    Auch Euch ganz lieben Dank! Ich freue mich sehr, dass buurtaal Euch Spaß macht.

     
     

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