Google Analytics datenschutzgerecht nutzen

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Seit Jahren ringen Datenschützer und Google um eine Einigung bzgl. der Nutzung von Google Analytics.

Nun hat man sich auf einen Kompromiss verständigt.

In diesem Artikel erkläre ich genau, was man tun muss, um Google Analytics in Deutschland legal nutzen zu können.

Google Analytics und der Datenschutz

Seit längerem gibt es Streit über Google Analytics.

Deutsche Datenschützer werfen dem Internet-Riesen vor, gegen Gesetze zu verstoßen und drohen allen Website-Betreibern, die Google Analytics einsetzen, mit Bußgeldern. Google selber hat zwar immer betont, dass es rechtlich keine Bedenken sieht, hat nun aber eingelenkt.

Und so gibt es nun seitens Google und der Datenschützer 5 Punkte, die man beim Einsatz von Google Analytics beachten muss.

1. IP-Maskierung

Kern der ganzen Problematik war die Speicherung der IP-Adressen der Website-Besucher durch Google. Datenschützer sehen diese als personenbezogene Daten an, was durchaus nicht unumstritten ist.

Nun bietet Google schon seit einer ganzen Weile die Möglichkeit, den Google Analytics Code so zu erweitern, damit die letzten Stellen der IP-Adresse abgeschnitten werden und damit eine persönliche Zuordnung nicht mehr möglich ist.

Dies kann man entweder erreichen, in dem man manuell eine zusätzliche Zeile im Analytics-Code einbaut (dies ist der neue asynchrone Code).

<script type="text/javascript">
var _gaq = _gaq || [];
_gaq.push(['_setAccount', 'UA-XXXXXXX-X']);
_gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);
_gaq.push(['_trackPageview']);

(function() {
var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text/javascript'; ga.async = true;
ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 'https://ssl' : 'http://www') + '.google-analytics.com/ga.js';
var s = document.getElementsByTagName('script')[0]; s.parentNode.insertBefore(ga, s);
})();
</script>

Die vierte Zeile ist dabei der neue Code.

Im alten Analytics-Code baut ihr einfach die Zeile

_gat._anonymizeIp();

zusätzlich vor der Zeile “pageTracker._trackPageview();” ein.

Google Analytics datenschutzgerecht nutzenAlternativ bieten einige wenige Analytics-Plugins für WordPress schon die Möglichkeit, die Anonymisierung zu aktivieren.

Ein Plugin, dass das unterstützt, ist “Google Analytics for WordPress“.

Wie man in dem Screenshot sehen kann, gibt es unter anderem die Option “Anonymize IP’s”.

2. Datenschutzerklärung

Es gibt derzeit unterschiedliche Meinungen, ob Google Analytics überhaupt noch in die Datenschutzerklärung aufgenommen werden muss.

Hat man die IP-Maskierung aktiviert, werden ja keine personenbezogenen Daten mehr erfasst und die gesetzliche Vorschriften sind eigentlich nicht mehr gültig.

Der Sicherheit halber sollte man aber einen Absatz dazu im Impressum oder einer separaten Datenschutzerklärung einfügen.

Unter Punkt 8.1 in den “Terms of Service” von Google Analytics, findet man eine passende Textvorlage.

Viele Anwälte empfehlen einen Text wie den folgenden noch darunter zu ergänzen:

Der Datenerhebung und -speicherung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widersprochen [mit http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de verlinken] werden. Angesichts der Diskussion um den Einsatz von Analysetools mit vollständigen IP-Adressen möchten wir darauf hinweisen, dass diese Website Google Analytics mit der Erweiterung “_anonymizeIp()” verwendet und daher IP-Adressen nur gekürzt weiterverarbeitet werden, um eine direkte Personenbeziehbarkeit auszuschließen.“

3. Browser-Addon

Es muss auch in der Datenschutzerklärung darauf hingewiesen werden, dass ein Browser-Plugin von Google existiert, mit welchem man die Analytics Erfassung generell deaktivieren kann.

Dieser Link ist in dem Text, den ich im vorherigen Punkt verlinkt habe, bereits enthalten. Da muss man also nichts weiter machen.

4. Neuer Vertrag mit Google

Man soll auch einen neuen Vertrag mit Google Analytics abschließen, der zusammen mit den Datenschützern im Einklang mit der Auftragsdatenverarbeitung nach § 11 BDSG erstellt wurde.

Sowohl “Alt-Kunden” von Analytics, als auch jeder, der jetzt ein neues Analytics-Konto anlegt, soll dieses Dokument herunterladen, ausdrucken und an Google senden.

Das ist mal wieder typisch deutsch. Auf jeden Fall was ausgedrucktes haben!

5. Altdaten löschen

Zu guter Letzt fordern die Datenschützer noch dazu auf, dass man seine Altdaten bei Google Analytics löschen soll.

Das geht allerdings nur, in dem man bestehende Website-Profile löscht und dann wieder neu anlegt.

Ich sehe die Forderung natürlich durchaus kritisch, da mir historische Daten von Google Analytics sehr wichtig sind und Google selber die erhobenen Daten sowieso schon in irgendeiner Form weiterverarbeitet hat.

Am Ende muss jeder selber wissen, ob er das macht oder nicht. Geprüft werden kann es nur schlecht.


Fazit

Einerseits ist es begrüßenswert, dass es nun klare Regeln gibt, die Rechtssicherheit bringen. Zu lange wusste man nicht woran man ist.

Allerdings gibt es noch Unklarheiten. Z.B. sind manche Anwälte der Meinung, dass bei einer Anonymisierung der IP gar keine Datenschutz-Angaben mehr notwendig sind.

Ich hätte mir gewünscht, dass Google hier vor Gericht zieht und die Sache ein für alle mal klären lässt. Es wäre wichtig, dass richterlich z.B. endlich mal klargestellt wird, ob IP-Adressen nun personenbezogen sind oder nicht.

Unter diesem Gesichtspunkt und wegen unschöner Nebeneffekte, wie z.B. die Löschung alter Analytics-Daten, ist die erreichte Einigung zwar Okay, aber auch etwas unbefriedigend.


Kommentare

  1. 1

    meint

    Sehr schöner Artikel das habe ich garnicht gewusst. Das dort darüber so ein Theater gemacht wird.
    Danke für die Information weiter so !

  2. 2

    meint

    Meine Güte,
    jetzt soll jeder Betreiber einer Seite, der Analytics nutzt, so diesen Vertrag ausdrucken und an die schicken???

    Ob das auch jeder macht!? Das dürfte den Briefkasten bei Google sprengen :-P!

  3. 3

    meint

    Hallo Peer,

    ich lese ja immer gerne Deine Tipps und habe natürlich auch Deinen Newsletter abonniert. Normalerweise bin ich nicht der Kommentar-Schreiber, aber jetzt muss es sein.

    Alle, so auch Du, halten verzweifelt an Google Analytics fest. Wieso? Man hat nur Ärger mit dem Hickhack um den Datenschutz, dabei geht es auch völlig problemlos. Das Tool “Piwik” ist wie GA, nur Open Source. Und was das Wichtigste ist: es ist von den Datenschutzbeauftragten in D als gut befunden worden. Alles, was Google an Zugeständnissen an den Datenschutz macht, ist bei Piwik schon ewig implementiert.

    Vielleicht schreibst Du auch mal einen Artikel darüber, denn es lohnt sich wirklich – darüber zu schreiben und es zu verwenden;-)

    Mach bitte weiter so, denn ich habe schon viel beherzigt, was Du geschrieben hast :-)

    Grüße,
    Stephan

  4. 4

    meint

    Es gibt für mich viele Gründe an Google Analytics festzuhalten.

    Zum einen finde ich es immer noch besser als Piwik. Habe beide vor einer Weile verglichen und da hat Analytics gewonnen. Zumindest wenn man mehr will, als nur die Basis-Daten.

    Piwik hat zudem meine Datenbank gesprengt. Bis zu einer gewissen Größe des Traffics mag das gehen. Auf meinem Blog war die Datenbank nach kurzer Zeit riesig und ich konnte gar nicht mehr die Stats aufrufen.

    Piwik läuft lokal, belastet dadurch den Server und die Datenbank.

    GA ist zudem weit verbreitet und so kann man sehr gut die eigenen Daten mit anderen vergleichen. Und Werbekunden vertrauen Analytics-Daten mehr als einem lokal installierten Tool.

    GA brauche ich nicht updaten.

    Ich kann meine AdSense-Einnahmen sehr schön in GA integrieren. Da wird bei Piwik auch was entwickelt, aber so richtig rund läuft das noch nicht.

    usw.

    Für mich ist GA einfach die bequemste und zuverlässigste Möglichkeit meine Statistiken zu erfassen.

  5. 7

    Christian meint

    Danke für den Hinweis. Werde ich schnellstmöglich auf allen meinen Seiten machen, denn ich möchte ja nicht Stress mit der Justiz kriegen.

    Schade, dass alles so bürokratisch in unserem Lande ist. Aber vielleicht ist dies manchmal gar nicht so schlecht.

    Belastet PIWIK wirklich so krass die Datenbank?

    Gruß

  6. 8

    meint

    @ Christian
    Es gibt bei Piwik wohl auch Möglichkeiten mit den Datenmengen besser klar zu kommen.

    Aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust mich damit so ausführlich zu beschäftigen.

    Google Analytics funktioniert einfach, belastet nicht meine Datenbank und ist damit für mich ideal.

  7. 9

    meint

    @ Stefan
    Sagen wir mal so.

    Wie groß ist die Gefahr, dass der Staatsanwalt vor der Tür steht und die Herausgabe deiner Analytics-Daten verlangt?

    Von außen ist es nicht erkennbar, ob man seine alten Daten gelöscht hat.

    Mehr möchte ich dazu nicht sagen. :-)

  8. 10

    meint

    Irgendwie nimmt diese ganze google-Datenschutz-Sache einfach kein Ende, oder? Ich nutze auch analytics, kann aber durchaus verstehen, dass sich manche in ihrer Privatssphäre gestört fühlen. Schwierig…

  9. 11

    meint

    Hallo, guter Artikel.
    Aber wenn man mehr Datenschutz möchte, muss man ein anderes Programm nutzen.
    Aber mit dem neuen Vertrag ist ja schon mal was verbessert worden.
    VG

  10. 12

    meint

    Bin seit gestern auch auf GA, mal schauen…die Orte-Analyse finde ich auf jeden Fall schon mal klasse und hoffe, dass sich da noch ein paar gute Aha-Erkenntnisse ergeben.

  11. 13

    meint

    Ich nutze nun schon seit einigen Monaten Google Analytics und ich bin ein begeisterter User. Jeden Morgen checke ich mit Analytics den Traffic. Als besonders hilfreich empfinde ich mittlerweile das “Klickmuster”. Befindet sich zwar noch in der Beta Phase aber ist echt top

  12. 15

    meint

    Das würde ja noch fehlen, Google bietet Leistungen an und wir müssten Bussgeldeer zahlen!!! – Auf jeden Fall danke für die Information. Ich schaue wieder vorbei um zu sehen, wie sich das Ganze entwickelt

  13. 16

    meint

    Bisher habe ich auch immer Google Analytics genutzt, bis ich mich mal nach Alternativen erkundigt habe. Piwik wäre da zum Beispiel ein super Online-Tool, ist ähnlich wie Google und auch kostenlos. Jedoch wird es da bestimmt auch Datenschutzprobleme geben, da auch die IP gespeichert wird. Jedoch kann ich als Webmaster auf solche Tools auf keinen Fall verzichten. Für meinen Leuchten und Lampen Shop muss ich wissen, wo die Besucher herkommen, welche Keywords sie bei der Suchmaschine eingegeben haben und wie sie sich in meinem Online-Shop bewegen.

  14. 17

    meint

    Lieber Marc,
    die Datenschutzprobleme welche du angesprochen hast sind interessant, darüber habe ich davor nie nachgedacht. Kann man für die Speicherung der IPS, und somit beim Benutzen von Piwik wirklich abgemahnt werden?
    LG Tommy

  15. 20

    meint

    Hallo zusammen,

    ja, es ist wirklich schwierig für Google und den EU-Datenschutzrichtlinien. Auf der einen Seite will man den Nutzer soweit kennen, dass man ihm genau das liefern kann, nach dem er sucht. Auf der anderen Seite wird in die Privatsphäre eingegriffen.

    Google als deutsches Unternehmen hätte mit Sicherheit nicht so viel Erfolg. Hier muss man sich rechtlich erst um die Datenschutzaspekte kümmern. Erst dann kann man seine Visionen umsetzen. Diese sind dann natürlich dermaßen kastriert, dass die erhoffte Reichweite nicht erreicht wird und den erwarteten Erfolg verpuffen lassen.

    In anderen Ländern außerhalb der EU lassen sich erst einmal die Ideen an die breite Masse streuen. Durch diese Nutzung kann ausgiebig getestet und optimieren werden. Die Einnahmen steigen. Erst wenn man in neue Gebiete mit anderen Gesetzen vordringt, wirds ernst.
    Mittlerweile hat man dann aber gut Kapital anhäufen können, um genau solche Rechtsbelange abzudecken. Und bevor überhaupt erkannt wird, welche Gesetze verletzt werden, ehe dies öffentlich wird und die Verletzung der Privatsphäre nach und nach den Nutzern bewusst wird, ist der Vorsprung und die Marktstellung, wie sie Google hat, bereits soweit voran geschritten, dass diese Unternehmen wohl nicht daran zerbrechen werden.

    Zu Piwik:
    So verkehrt finde ich die Statistiksoftware nicht. Sicher gibt es einige Sachen, die nachzubessern wären. Aber das gibt es auch bei Analytics. Bei letztern hat Google durch die Verknüpfung seiner Dienst klar die Nase vorn. Von der Performance ganz zu schweigen. Denn wie Du, Peer, es schon schreibst, ein paar Besucher mehr, eine zunehmend wachsende Datenbank, und schnell ist der Server lahm. Google kann da auf eine weitaus bessere Infrastruktur zurückgreifen. Wenn’s zu langsam wird, kommen einfach noch ein paar Hunderte Server hinzu.

    Beste Grüße
    Steve

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