Das Thema des aktuellen Webmaster Friday ist sehr interessant. Die Frage lautet: “Wie politisch kann/darf/sollte ein Blog sein?”
Auf diese Frage möchte ich in meinem Artikel heute eingehen.
Und natürlich freue ich mich auch wieder über eure Meinungen in den Kommentaren.
Wie politisch kann/darf/sollte ein Blog sein?
Das kann man meiner Meinung nach nicht so einfach beantworten.
Das hängt vor allem von der Ausrichtung des eigenen Blogs und den eigenen Zielen ab.
Es macht einen starken Unterschied, ob ich z.B. einen privaten oder einen Fachblog habe.
Zielgruppe
Zum einen spielt die Zielgruppe eine wichtige Rolle. Gerade bei Fachblogs ist es oft so, dass die Zielgruppe sich anhand bestimmter Interessen definiert.
So hat ein Apple-Blog vor allem Apple-Fans und -Nutzer als Zielgruppe.
Das sagt aber nichts darüber aus, welche politischen Ansichten diese Leute haben. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese aus allen möglichen politischen Lagern stammen.
Und wenn man da zu politisch wird und sich als Blogger vielleicht sogar noch politisch deutlich positioniert, dann kann das einen Teil der Zielgruppe abschrecken.
Das wäre so, als würde man in einem Blog über Computer, alle Fussball-Fans einer bestimmten Mannschaft runter machen. Das ist natürlich möglich, aber taktisch nicht clever.
Thematik
Mich persönlich betrifft vor allem dieser Punkt.
Ich stehe sehr auf thematisch fokussierte Blogs. Wenn ich einen Blog zu einem Thema A abonniere, dann möchte ich vor allem Informationen zum Thema A haben.
Schreibt der Blogger dann aber häufig über Thema B oder C, dann verliert der Blog an Attraktivität für mich.
Hat man natürlich einen politischen Blog, dann sollte man natürlich auch politisch sein und ggf. auch deutlich die eigene politische Meinung vertreten. Dann hat man eben eine bestimmte Zielgruppe mit einer bestimmten politischen Ausrichtung.
Ich persönlich habe aber in der letzten Zeit sogar aufgehört einen Podcast zu hören, weil mir dieser zu politisch geworden ist. Da ging es mal rein um technische Dinge, aber verstärkt hat man eben auch positive und vor allem negative politische Themen aufgegriffen.
Das sollen sie von mir aus ja auch machen, aber wenn ich einen Podcast oder einen Blog zu einem Thema abonnieren, dann will ich auch genau das.
Wenn ich einen politischen Blog abonniere, dann erwarte ich da auch politische Inhalte.
Die Macht der Blogosphäre
Ich bin also nicht gegen politische Inhalte in Blogs. Und von mir aus kann es ja auch jeder Blogger so machen, wie er das gern möchte.
Aber ich als Leser habe natürlich auch bestimmte Interessen. Nichtsdestotrotz halte ich das politische Potential des Webs und vor allem der Blogs für recht hoch.
Hunderte Blogs sind eben nicht so einfach zu manipulieren, wie ein paar großen klassische Medien.
Deshalb denke ich, dass Politik in der Blogosphäre in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird.
Ich hoffe aber, dass die thematische Trennung trotzdem erhalten bleibt. Denn auch Politik ist nicht alles und ich will eben manchmal das eine, aber eben manchmal auch das andere.
Wie ich es mache
Meine beiden Fachblogs www.selbstaendig-im-netz.de und www.blogprojekt.de sind thematisch deutlich ausgerichtet. Da geht es um fachliche Themen.
Und deshalb halte ich mich mit politischen Aussagen auch deutlich zurück. Auch wenn ich politisch interessiert bin, sind meine beiden Blogs einfach nicht die Plattform für politische Diskussionen.
Hier steht eindeutig dann Fachliche im Vordergrund.
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1 Ein Kommentar von Mad am 21 Okt, 2010
Ein Blog ist doch immer etwas persönliches, ausser er ist als Firmenblog gekennzeichnet. So gesehen darf ein Blog natürlich auch politisch sein. Wenn ich mich in den Park stelle und im Stil der alten Römer meine politischen Reden schwinge, ist es doch fast dasselbe.
Also von mir ein eindeutiges Ja !
2 Ein Kommentar von Marc am 21 Okt, 2010
Auch ich streue ab und zu “politisches” ein, aber als Politik-Blog würde ich mich auch nicht wirklich bezeichnen
Zur Europawahl hab ich eine Menge über die Piraten geschrieben, aber sonst hält es sich in Grenzen.
3 Ein Kommentar von Heinrich am 21 Okt, 2010
Im eigenen Blog darf stehen was will. Natürlich sollte nicht zu viel “politisches Zeugs” stehen, aber gegen ein bisschen hat doch wirklich keiner etwas!!
4 Ein Kommentar von K.-P. Baumgardt am 23 Okt, 2010
Beim meinem Thema “Diät und Gesundheit” gibt es auch politische Bezüge, schließlich haben wir ja auch eine Gesundheitspolitik…
Allerdings interessieren die Leser sich wenig dafür; trotzdem habe ich die Kategorie “Politik” eingerichtet.
5 Ein Kommentar von Rolf Moczarski am 24 Okt, 2010
Ich finde ein blog kann so politisch sein wie er will, solange der Autor des Blogs die Meinungen der Community respetkiert und bei Diskussionen sachlich bleibt. Vor allem sollte ein Blogbetreiber meiner Meinung nach aber auch nicht versuchen sich zu arg zurückzuhalten, wenn er zu einem Thema einen politischen Standpunkt eingenommen hat, da ein Blog von seinern Schreibern und Lesern lebt, sowie deren Persönlichkeiten und Meinungen.
6 Ein Kommentar von Robert am 24 Okt, 2010
Im Bereich Mode spielt Politik eher eine passivere Rolle, ist dennoch immer wieder mal ganz interessant, wenn sich Designer beispielweise über eigene politische Ansichten äußern.
Insgesamt gesehen würde ich aber behaupten, dass politische Äußerungen oder Aktivitäten für die meisten nicht „Fach-Blogs“ eher uninteressant sind…
7 Ein Kommentar von rob am 26 Okt, 2010
Solange man dies nicht zu sehr übertreibt, warum nicht. Immerhin darf doch jeder seine Meinung frei äußern. Warum dann nicht auch im eigenen Blog? Nur zu extrem sollte es nicht werden
8 Ein Kommentar von Sebastian am 27 Okt, 2010
Ich finde gegen ein gesundes Maß von Politik wird sicherlich niemand etwas einzuwenden haben. Allerdings finde ich auch dass man es nicht übertreiben sollte. Gerade in Fachblogs wie bei deinen Beiden fände ich es aufeinmal komisch über Politik zu lesen.
Würde irgendwie einfach nicht reinpassen.
9 Ein Kommentar von Thorsten F. am 27 Okt, 2010
Ich schließe mich Sebastian an. Blogs sind etwas persönliches, warum dann auch nicht über Politik schreiben. Und – bei dem, was unsere Regierung abliefert – darüber muss doch berichtet werden. Oder seht ihr das anders?
10 Ein Kommentar von Philip am 27 Okt, 2010
Politik gehört in Blogs dazu wie die Butter aufs Brot.
Die Einen mögen Viel Butter, die Anderen weniger.
Leider wird der uns bekannte politische Filz leider noch zu kritiklos in Blogs untergebracht. Sorry Blogger – da fehlt doch ein bisschen Salz in der Butter
Ich hoffe bald mehr über die politisch orientierten Meldungen schmunzeln zu können!
11 Ein Kommentar von Robert am 27 Okt, 2010
Ich persönlich finde es gut wenn in Blogs auch die politische Meinung zu bestimmten Themen geäußert werden. Klar ist es nicht so angebracht wenn z.B. ein SEO-Blog überwiegend über Politik schreibt. Und wie Rolf Moczarski oben schon sagte muss man die Kritik der Community akzeptieren aber dagegen spricht eigentlich nichts.
12 Ein Kommentar von Thomas am 28 Okt, 2010
Ich denke, ein thematisch festgelegter Blog sollte sich auch hauptsächlich dem Thema widmen. Es ist jedoch erfrischend, wenn man zwischen dem ganzen fachlichen sich auch mit durch die Art des Blogs thematisch selektierten Bloggern über anderes wie z.B. Politik austauschen kann. Das sorgt für eine gelungene Abwechslung und wenn es mich gerade nicht interessiert, dann muss ich mich ja auch nicht näher damit beschäftigen…
13 Ein Kommentar von Fred am 31 Okt, 2010
Ich würde mich mit Politik so viel wie möglich zurückhalten. Eigentlich bringt es nichts und man macht sich nur Feinde damit. Ueber Politik kann man ewig weiterquatschen ohne jemals irgendwo anzukommen und das Ganze führt letztendlich doch zu nichts.
Aber Geld im Internet verdienen kann man ja auch als eine Art Politik betrachten. Letztendlich hat das Geld doch die Macht.
14 Ein Kommentar von stefan am 16 Nov, 2010
Solange drin ist, was draufsteht, kann ein Blog so viel oder wenig politisch sein, wie es will. Entscheidend ist, seinem eigenen Konzept treu zu bleiben. Regelmäßige Leser und RSS-Abonnenten haben sich aus einem speziellen Grund für dieses oder jenes Blog entschieden. Wer dann plötzlich das Thema zu weit variiert, verliert garantiert Leser.
15 Ein Kommentar von Ole am 24 Dez, 2010
Peer hat schon Recht. Lese ich ein Blog wegen seiner Ausrichtung, dann erwarte ich auch, nach der berüchtigten 80/20-Regel, dass sich wenigstens 80% der Themen damit befassen. Ansonsten verliert es für mich die Grundlage. Anders natürlich bei Blogs, die eine breite Grundausrichtung haben. Dort erwarte ich Vielfalt und werde wohlmöglich abgeschreckt, wenn es mehr und mehr einseitiger wird.
@Philip #10: Es gibt da einige Perlen, die mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten; wo genung Salz in der Suppe ist und zusätzlich ordentlich gepfeffert wird. Mir gibt nur zu denken, dass Du mehr Salz forderst, um darüber schmunzeln zu können. Stimmt mich etwas nachdenklich…