Vorschau auf den Blogprojekt-Podcast Nummer 5 »
Heute möchte ich mir wieder einen Blog genauer anschauen und Tipps zur Optimierung geben.
Aus den sehr vielen Anmeldungen, die mittlerweile für den Blog-Check eingegangen sind, habe ich per Zufall den Blog schlagloch.at ausgewählt.
Und los geht es.
Schlagloch.at
- Blog: Schlagloch.at
- Blog Thema: private Gedanken, alltägliche Themen
- Blog System: WordPress
- Betreiber: Franz Supersberger
- PageRank: 3
- Alexa-Rank: 15.571.038
- Seitwert.de-Analyse: 28,15 / 100
- Online seit: April 2003
- Artikel: 342 in 3 Hauptkategorien
Der Blog-Check
Ein Blog-Check ist für mich einfacher, wenn es sich um einen Blog mit einem klaren Ziel und einer eher professionellen Ausrichtung handelt. Zwar hat der Schlagloch-Blog auch Ziele, jedoch überwiegt der private Ansatz und da ist es natürlich schwer, Optimierungsvorschläge zu unterbreiten.
Aber der Autor des Blogs hat um einen Blog-Check gebeten und deshalb werde ich mir den Blog mit professionellen Augen anschauen und natürlich auch Tipps zur Verbesserung geben.
- Grundlagen
Hier werden die Ziele des Blogs und die Strategie analysiert.
Als Ziel des Blogs hat der Autor folgendes angegeben:
Vom Blog zum Book.
Im Weblog erschaffe ich mein Leben und meine Welt neu. Jeder Eintrag im Weblog ist ein Eintrag über mich und meine Umgebung. Unsere erlebte Wirklichkeit ist eine Konstruktion unseres Gehirns. Schreiben ist eine Möglichkeit sich den Fragen des Lebens und der Welt zu nähern.
Schreiben ist nicht alles, aber ohne Schreiben ist alles nichtsKlarer könnte man einen privaten Ansatz eines Blogs kaum beschreiben. Aber dennoch gibt es zumindest ein Ziel, welches man annähernd “wirtschaftlich” nennen könnte. Der Blog-Inhaber (er ist Buchhändler und Autor) hat auch schon ein paar Bücher geschrieben und möchte diese natürlich gern auch an die Leser bringen.
Insgesamt ist die Zieldefinition aber natürlich viel zu vage. Ziele sollten möglichst konkret und messbar sein. Das war Franz hier beschreibt, ist eher eine Grundeinstellung und Motivation.
Zielgruppe:
Menschen, die schon selbst in die Schlaglöcher des Lebens gefallen sind. Aufmerksame Zeitgenossen die merken, dass sich die Veränderungen im “Alltäglichen” zutragen. Überraschungsbesucher…Die Definition der Zielgruppe ist schon etwas genauer und umreißt die Leserschaft recht gut. Es ist eben ein Blog zu Nachdenken. Und natürlich erfordert dies auch Leser, die nachdenken möchten.
Alles in allem ist die Ziel- und Zielgruppendefinition nicht so wichtig, da dieser Blog mehr eine Plattformen für den Autor zum Ausdrücken seiner Gedanken ist. Und dabei wird es ihn relativ egal sein, ob 100 oder 1.000 Leute mitlesen.
3/5
- Layout und Domain
Eine halbwegs objektive Analyse des Layouts und der Domain

Franz definiert den Begriff Schlagloch wie folgt:
Einem Schlagloch kann man ausweichen, darüber fahren oder davor stehen bleiben. Es gibt große und kleine Schlaglöcher. Von einem Schlagloch kann man wach-gerüttelt werden. Gibt es Schlaglöcher nur auf der Strasse? Ich sage, dass Alltagsleben ist ein Fahren auf einer Schlaglochstrasse.Insofern trifft der Domainname des Blogs das Thema des Blogs wie den Nagel auf den Kopf. Natürlich ist der Domainname nicht nach dem Gesichtspunkt gewählt wurden, ein wichtiges Keyword darin unterzubringen, um bei Google noch ein wenig weiter vor zu stehen.
Zum Thema des Blogs passt der Domainname aber sehr gut und er ist vor allem auch gut merkbar. Das ist natürlich auch ein wichtiger Aspekt.
Das Layout des Blogs ist sehr einfach gehalten. Hier handelt es sich um ein sehr einfaches Standardtheme, welches eigentlich nur im Header mit einer eigenen Grafik angepasst wurde. Auf weitere Grafiken wurde im Layout verzichtet, was natürlich für sehr gute Ladezeiten sorgt, aber so auch relativ wenig optische Wiederkennbarkeit bietet.
Ich finde zudem das helle Orange, welches für die Links in der rechten Sidebar und für Links im Text gewählt wurde, nicht besonders Augenfreundlich.
Eher ungewöhnlich finde ich die Tatsachem dass die rechte Sidebar bei der Detailansicht eines Blogposts verschwindet. Die Sidebar gibt es nur auf den Übersichtseiten. Das finde ich nicht gerade Nutzerfreundlich, soll aber vielleicht dazu beitragen, dass der Leser beim Lesen eines Post nicht abgelenkt wird.
Trotzdem ist mir das Layout etwas zu einfach (einfach nicht schön, auch wenn ich grundsätzlich auf schlichte Layouts stehe) und die Linkfarbwahl und das Ausblenden der Sidebar gibt Punktabzüge.
3/5
- Inhalt
Über was schreibt der Blog? Passt dies zur Zielgruppe? Wie oft erscheinen neue Artikel?
Im Schnitt gab es im Blog bisher rund 4 Artikel pro Monat seit Bestehen des Blogs. In den letzten Monaten ist die Zahl der Artikel aber höher. Im November waren es 8, im Oktober 11 und im September 10.
Ich finde es gut, dass der Autor diesen Rhythmus schafft und die Kommunikation mit den Lesern ist sehr gut. Es gibt zu fast jedem Artikel Kommentare und der Blog-Autor antwortet auch gern auf Fragen.
Sehr gut finde ich auch die Formatierung der Überschriften und Artikel. Auch wenn Zwischenüberschriften fehlen (was aber auf Grund der meist nicht so langen Artikel nicht schlimm ist), kommen die Artikel recht gut lesbar rüber.
Die Headline isst immer in der Art “FINANZ:chaos” und “ZWISCHEN:hoch” formatiert. Das sorgt für Wiedererkennung. Und auch am Ende eines Artikels wird immer noch mal ein passendes Schlagwort eingebaut. Die Artikel selber sind also gut und passend formatiert.
Inhaltlich wird das geboten, was der Autor schon bei den Zielen genannt hat. Es geht um alltägliche Dinge, die Menschen beschäftigen und über die man auch nachdenken kann.
Hier wird der Autor seinen Ansprüchen sicher gerecht.
4/5
- Technik
Wie aktuell ist die Software und wie schnell lädt der Blog?
Auf Grund der so gut wie nicht vorhandenen Bilder und relativ weniger Plugins lädt der Blog sehr schnell. Hier gibt es also nichts auszusetzen.
Der Blog verwendete die aktuellste Version von WordPress, was auch sehr vorbildlich ist.
Leider wird kein Favicon eingesetzt, aber auf der anderen Seite ist die Gestaltung so schlicht, dass es auch nicht wirklich notwendig ist.
Zur Messung der Besucherzahlen setzt der Blog nicht auf Google Analytics, sondern auf blogcounter.de. Dort gibt es allerdings immer mal wieder Schwierigkeiten mit den Servern. Nicht sehr zuverlässig.
Moderne Technik, wie sie das Web 2.0 in letzter Zeit bietet, wird kaum eingesetzt. Was auch kein Nachteil sein muss.
4/5
- Usability
Wie gut ist der Blog für die Zielgruppe nutzbar?
Das einfache Layout erleichtert natürlich die Nutzung des Blogs. Man findet sich schnell zurecht.
Nicht gut finde ich, wie schon gesagt, dass die Links in einem hellen Orangeton sind und das die Sidebar in der Artikelansicht ausgeblendet wird.
Auch die Tatsache, dass das Suchfeld in der Sidebar weit unten ist, ist nicht ideal.
Ebenfalls nicht ideal ist die Verwendung des Blocksatzes. Das erschwert das Lesen der Texte. Linksbündiger Flattersatz ist da in der Regel besser lesbar.
Der Text ist schwarz auf weißem Untergrund, was sehr gut lesbar ist.
Der RSS-Link ist aber im Footer bzw. weit unten in der Sidebar versteckt.Insgesamt sicher nicht leserunfreundlich, aber noch optimierungsfähig.
3/5
- Suchmaschinenoptimierung
Wie gut ist der Blog für Google und Co. optimiert
Kommen wir zum ersten Problemkind. Die Suchmaschinenoptimierung ist nicht besonders gut.
Als Title wird die Überschrift des Artikels plus der Blogname verwendet. Hier würde ich empfehlen noch zusätzlich ein paar Keywords in den Title einzubauen. Ob dies mit dem verwendeten Plugin “All in One SEO” geht, kann ich gar nicht genau sagen. Zudem sollte man auch die Keywords eingeben, damit eine entsprechende Meta-Angabe ausgegeben wird.
Viel wichtiger ist aber, dass die Description einfach aus dem Artikeltext übernommen wird. Die ersten rund 150 Zeichen werden übernommen. Das erspart zwar das Eintippen einer separaten Description, ist aber selten optimal.
Will man gefunden werden, und das unterstelle ich dem Autor jetzt einfach mal ganz frech
, dann müssen die wichtigsten Suchbegriffe eines Artikels in dessem Title, den Keywords, der Description und natürlich auch im Text vorkommen.Ein DMOZ Eintrag fehlt zwar, aber wenigstens hat sich der Autor in verschiedene Blogverzeichnisse eingetragen. Leider verlinkt der Autor recht wenig aus den Posts heraus. Aber das ist sicher auch dem Grundansatz des Blogs geschuldet.
Positiv ist der Einsatz einer Sitemap.xml Datei.
Insgesamt ist es sicher schon lobenswert, dass der Autor ein SEO-Plugin nutzt. Aber das allein reicht halt nicht. Ohne manuelle SEO-Arbeit Onpage wie Offpage wird man in Google nicht wirklich weit kommen.
2/5
- Vermarktung
Nutzt der Blog das Social Web oder andere Vermarktungsinstrumente?
Noch eine große Baustelle. Der Autor scheint Social Websites überhaupt nicht zu nutzen und so kommen von solchen Websites auch keine Besucher.
Natürlich kann man auch hier wieder den Standpunkt vertreten, dass das Thema des Blogs einfach nicht dafür geeignet ist, großartig Social News Sites etc. zu nutzen. Aber Social Bookmarking Service wären z.B. kein Problem.
Die insgesamt schlechte Vermarktung sieht man auch an einem anderen kuriosen Fakt. Laut Seitwert-Analyse gibt es die Domain erst 1 Jahr und 8 Monate. Das hängt natürlich damit zusammen, dass bestimmte Services (z.B. archive.org) nur dann das Alter einer Domain richtig wieder geben können, wenn sie diese auch finden. Ist die Vermarktung schlecht und kaum SEO vorhanden, dann finden solche Services die Blogs auch erst recht spät, wenn überhaupt.
Die Blogroll ist allerdings prall gefüllt, was schon mal zeigt, dass der Kontakt mit anderen Bloggern gesucht wird.
Alles in allem ist die Vermarktung aber sicher sehr verbesserungswürdig (RSS deutlicher darstellen, neue Artikel bekannt machen, twittern etc.). Aber wie schon gesagt, das Thema des Blogs spricht auch etwas gegen eine zu starke Vermarktung. Schließlich brüllt man seine Gedanken ja auch nicht hinaus auf die Straße. Hier muss der Autor einen guten Mittelweg finden.
1/5
- Monetarisierung
Wie gut ist der Blog in Hinsicht auf das Geld verdienen optimiert.
Dies spielt bei diesem Blog auf den ersten Blick überhaupt keine Rolle. Allerdings stimmt das so nicht ganz. Der Blog-Inhaber hat mehrere Bücher geschrieben und präsentiert diese auch ganz gut auf einer eigenen Seite.
Zudem stellt er in der Sidebar auch ein Buch vor.
Das ist natürlich eine gute Möglichkeit, die eigenen Bücher zu präsentieren, zumal der Blog und dessen Inhalte sehr gut dazu passen.
Wie gut der Blog den Verkauf der Bücher unterstützt, entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Sehr positiv ist, dass hier kein AdSense eingebunden wird, da dies überhaupt nicht zum Blog passen würde.
2/5
Fazit
Es ist sehr schwer hier ein Fazit zu ziehen und eine Punktzahl zu vergeben.
Dafür ist der Blog zu sehr persönlich und privat, als dass ich ihn hier mit trockenen Zahlen bewerten möchte. Aber schließlich hat mich Franz darum gebeten und das hat er nun davon.
Es handelt sich um einen interessanten Blog mit lesenwerten Inhalten für die Zielgruppe. Insofern gibt es inhaltlich sicher nichts zu kritisieren.
Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung und Vermarktung könnte aber einiges gemacht werden, wenn der Autor das denn auch will. Und das überlasse ich natürlich ihm.
Deshalb sollte man die Wertung von 55% auch wirklich als technische Bewertung sehen, die keine Aussage über den Wert des Inhaltes ist. Aber das ist bei meinen Blog-Checks ja eigentlich generell so. Ich bewerte diverse Aspekte und daraus ergibt sich dann ja eine Gesamtnote.
Gesamtbewertung: 55%(22/40 Punkte)
weitere Blogchecks
Ähnliche Einträge:
- Blog-Check – wishu-blog.net
- Blog-Check – Sattel-dein-Pferd.de
- Blog-Check
- Blog-Check – Camuglia.ch
- Blog-Check – Spekulantenblog.de
Der Artikel hat Dir gefallen?
Dann abonniere den
"Blogprojekt"-Blog!
























1 Ein Kommentar von Nathanael am 9 Dez, 2009
Echt super dein Blog Check. Und ist irgendwie klar, dass sich private Blogs schwieriger bewerten lassen. Jedoch hast du das meiner Meinung nach sehr gut gemeistert. Weiter so!
2 Ein Kommentar von Peter am 10 Dez, 2009
Ich muss auch einfach nur mal zur Motivation anmerken: Ich lese die Blog-Checks immer saugern. Das ist für mich immer so eine Art Praxisunterricht.
3 Ein Kommentar von schlagloch am 10 Dez, 2009
Hallo Peer!
Dein Blog-Check meiner Homepage , schlagloch.at, war für mich ein „frühes Christkindl“ und hat mich sehr gefreut. Zu allererst herzlichen Dank für deine Analyse, die ich aufmerksam gelesen habe. Ich werde einige Vorschläge umsetzen, bzw. zur Umsetzung weiterreichen, da ich mich bei der Software nicht so gut auskenne. Wie du schreibst, ist die Beurteilung bei einem nicht verkaufsorientierten Blog schwieriger. Aber auch ich wünsche mir für meine „Taggedanken“ viele Besucher und Leser. Etwas darf ich aufklären: Die Beiträge pro Monat wurden in den ersten Jahren im Blog als ein Beitrag abgespeichert. Es gab im Durschnitt immer sechs bis acht Artikel pro Monat.
Danke für die Mühe und viele Grüße aus dem Gailtal.
Gruss schlagloch.
4 Ein Kommentar von Peer am 10 Dez, 2009
Danke für die Aufklärung bzgl. der Artikel.
Ansonsten war es mir ein Vergnügen, auch wenn es nicht einfach war und ich das nächste mal wieder einen “Geld verdienen”-Blog checken.
5 Ein Kommentar von Anton am 12 Dez, 2009
Ich finde genial wie ausführlich die Bewertungen beim Blogcheck ausfallen. Hier kann der Betreiber aufgrund der konkreten Tipps wirklich profitieren.
Auch andere Blog-Betreiber können sich massig Anregungen holen.
Vielen Dank dafür!