Nachdem das Thema des neuen Blogs feststeht und wir uns die passende Domain gesichert haben, geht es nun an die inhaltliche Planung.
Denn bevor ich einen Blog installiere und loslege, überlege ich mir schon mal genau, was ich schreiben will. Eine konkrete Inhaltsplanung erleichtert die Pflege eines Blogs sehr, besonders in den ersten Wochen, aber auch danach.
Deshalb geht es heute im dritten Teil der Blog-Start Serie um die Inhaltsplanung für euren neuen Blog.
[Hier geht es zur Übersichtsseite mit allen Artikeln dieser Blog-Start-Serie]
Hinweis: Der Gastartikel von Lennart Prange behandelt ein ähnliches Thema. Da geht es allerdings mehr um die Schreiborganisation bereits länger existierender Blogs. In diesem Artikel widme ich mich der Inhaltsplanung neuer Blogs.
Warum sollte ich die Inhalte planen?
Es gibt ja immer Blogger, die einfach drauf los schreiben wollen. Natürlich bedeutet dies nicht, dass diese automatisch scheitern werden. Aber es ist nach meinen Erfahrungen sehr hilfreich, sich vorher einen Inhaltsplan zurecht zu legen.
Das liegt unter anderem daran, dass der erste Enthusiasmus nach einer Weile nachlässt. Ebenso machen viele Blogger den Fehler und schreiben einfach die falschen Artikel zur falschen Zeit in der falschen Menge.
Wie gesagt, es gibt kein Patentrezept und jeder sollte die hier in diesem Artikel gegebenen Tipps selber testen und nur die für sich verwenden, die funktionieren.
Aber es gibt Best Practices, die sich in der Praxis bewährt haben und die möchte ich hier vorstellen.
Welche Inhalte eignen sich für neue Blogs?
Kann man diese Frage allgemeingültig beantworten? Sicher nicht.
Dafür sind die Blogs und ihre Leser zu unterschiedlich. Aber es gibt immer Post-Typen die besser funktionieren als andere.
Nach meinen Erfahrungen besteht eine gute Inhaltsmischung aus einigen langen Artikeln und vielen kürzeren Artikel. Das hat den Vorteil, dass man mit den langen und ausführlichen Artikel seine Kompetenz demonstriert und diese Artikel oft auch viele Backlinks mit sich bringen.
Die kürzeren Artikel sind dagegen schnell geschrieben und sorgen für die Masse an Artikeln, die einfach notwendig sind, um Traffic zu generieren.
Allerdings sollten die kurzen Artikel auch einen eigenen Stil haben und nicht einfach Inhalte von anderen Seiten wiederkauen.
Diese Post-Typen kommen meist sehr gut bei Lesern an und sollten auch in einem neuen Blog nicht fehlen:
- Wiederkehrende Posts sind in meinen Augen ein wichtiges Instrument, was viel zu wenige Blogger nutzen. So könnte man wöchentlich über interessante Links, Plugins, Bücher, Software, Fotos etc. einen Artikel schreiben. Das hat den Vorteil, dass sich solche wiederkehrenden Artikel von Stil sehr ähneln und man diese relativ schnell schreibt. Zudem mögen Leser es, wenn sie sich auf wiederkehrende Infos zu einem Thema freuen können.
- Produkt-Reviews sind ebenfalls einfach zu schreiben und haben zudem den Vorteil, dass man die betreffenden Hersteller und Firmen aufmerksam macht. Auch Reviews von anderen Websites oder Blogs sind eine gute Idee, wenn es thematisch passt.
- Listenartikel sind immer gut. Anstatt zu viel Fließtext zu schreiben, sollte man die wichtigsten Punkte ist Listen zusammenfassen. Allerdings machen viele Blogger auch den Fehler, dass sie unendlich lange Liste erstellen. Stattdessen könnte man viele der Listenpunkte in einzelnen Artikel abhandeln und das bringt insgesamt deutlich mehr.
- Free Things vorstellen. Kostenlose eBook, Freeware, Gutscheine etc. sind sehr interessant für Leser. Allerdings sollte auch hier darauf geachtet werden, dass es thematisch passt.
- Interviews sind für neue Blogs nicht so einfach zu bekommen. Aber meist sind die Interviewten dankbar, wenn man sie fragt und Leser mögen Interviews.
- News sind immer gut, sollten aber einen eigenen Stil bekommen. Niemals einfach nur Newsmeldungen weiter verbreiten. Immer die eigenen Erfahrungen und Meinung einfließen lassen.
- ToDos und Anleitungen sind praktische Artikel, die Leser sofort nachmachen können.
- Erfahrungsberichte und Case Studies geben einem Blog Profil. Infos aus der Praxis kommen auch immer sehr gut an.
- Pillar-Posts sind umfangreiche Artikel, die ein bestimmtes Thema umfassend behandelt. Damit zeigt man seine Themen-Kompetenz und diese Artikel bilden meist das Rückgrad eines Blogs.
Welche Inhalte eignen sich für deinen Blog?
Es ist zwar schön zu wissen, was generell für Inhalte bei Blog-Lesern gut ankommen. Aber das sagt noch nichts darüber aus, welche Post-Typen für deinen Blog ideal wären.
Dazu sollte man recherchieren und herausfinden, was die eigenen Leser wollen. Nun hat man aber das Problem, dass der Blog noch gar nicht gestartet ist und man seine eigenen Leser gar nicht fragen kann.
Wichtig ist an dieser Stelle nochmal zu wähnen, dass es es bei der Recherche in diesem Fall nicht um konkrete Themen, sondern um Post-Typen geht.
Deshalb solltet ihr auf die folgende Art und Weise recherchieren:
- Ich finde es sehr wichtig, andere Blogs aus der eigenen Branche zu lesen. Wer das über einen längeren Zeitraum tut, der bekommt schon ein gutes Gefühl dafür, was funktioniert und was diesen Blogs vielleicht auch fehlt.
- Man sollte themenverwandte Blogs aber auch analysieren und sich z.B. anschauen, welche Artikel die meisten Kommentare bekommen haben und welche Artikel generell am besten besucht sind. Viele Blogs haben eine Top-Liste der beliebtesten Artikel.
- Man sollte auch mal die RSS-Feeds themenverwandter Blogs analysieren. Welche Artikel waren besonders populär?
- Social Websites und Services sollte man auch im Auge behalten und schauen, was dort besonders gut ankommt
Bei der Recherche nach populären Inhalten sollte man aber immer bei seinem Thema bleiben. Es gibt viele Blogs, die versuchen mit Erwachsenen- oder Boulevard-Themen Traffic zu erzeugen, damit aber die Glaubwürdigkeit ihres Blogs zerstören.
Dies sollte im übrigen auch gelten, wenn man aktuelle Trends recherchiert.
Die Inhaltsplanung
Nach der Recherche geht es nun darum, einen eigenen Inhaltsplan aufzustellen. Das bedeutet nicht, dass man konkrete Artikel schon plant. Sondern es geht an dieser Stelle erstmal nur darum, einen wöchentlichen Plan aufzustellen, welche Post-Typen man wann schreibt.
Dazu solltet ihr die folgenden Fragen beantworten:
- Wie viel Zeit habe ich zum Bloggen in der Woche?
- Wann könnte ich Inhalte vorschreiben?
- Welche Tage sind sehr gut geeignet zum Schreiben, welche Tage gar nicht?
Nun könnt ihr euch eine Wochen-Übersicht erstellen, die perfekt für eure Bedürfnisse funktioniert.
Dies könnte für einen neuen Blog über WordPress z.B. so aussehen:
- Montag
Vorstellung eines neuen/guten Plugins (wöchentlich wiederkehrende Serie) plus
kurzer Artikel zu aktuellen WordPress-Themen - Dienstag
Ein Pillar-Artikel (ein langer Expertenartikel zu wechselnden Themen) - Mittwoch
Frei - Donnerstag
kurzer Artikel zu aktuellen WordPress-Themen plus
Umfrage auswerten und neue einstellen - Freitag
Links der Woche zusammen tragen (wöchentlich wiederkehrende Serie) - Samstag:
Frei - Sonntag:
Artikel-Ideen für die kommende Woche sammeln
Das mag jetzt für den einen oder anderen sehr langweilig und starr aussehen. Aber das ist es nicht. Denn diese Wochenplanung ist nur ein Gerüst.
Natürlich wird man immer wieder aus verschiedenen Gründen vom Plan abweichen. Entweder, weil sich ganz aktuell eine News entwickelt oder weil man mal nicht kann. Das ist Okay und auch so gewollt.
Der Inhaltsplan soll euch nur leiten und euch Sicherheit geben. Denn einer der häufigsten Gründe, warum Blogger nicht mehr bloggen bzw. in eine Kreativitätskrise fallen ist, dass sie am Montag vor einem leeren Blatt Papier (bzw. leerem Bildschirm) sitzen.
Mir und auch anderen hat deshalb so ein Inhaltsgerüst sehr geholfen und wenn man später Änderungen daran vornimmt, ist das natürlich auch in Ordnung und so gewollt.
Am Ende müsst ihr aber für euch testen, ob das funktioniert oder nicht. Es gibt sicher Charaktere, die damit gar nicht klar kommen. Den meisten sollte es aber helfen, einen wöchentlichen Blog-Rhythmus zu entwickeln.
Fazit
Ein Plan bedeutet nicht zwangsläufig ein starres Korsett. Ein Plan kann aber dabei helfen, einen Blog-Rhythmus zu bekommen und damit 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Zum einen fällt es einem selber leichter regelmäßig für Inhalte zu sorgen.
Zum anderen bekommen die Leser regelmäßig neuen Lesestoff und das ist sehr wichtig, um Stammleser zu gewinnen.
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1 Ein Kommentar von Benni am 15 Jul, 2009
Und wie recherchiert man die Post-Typen, wenn man einen Nischenblog startet? :-/
2 Ein Kommentar von Guido am 15 Jul, 2009
@benni Erstmal “allgemeinere” Artikel schreiben, die den gesamten Bereich abdecken, und dann anhand der Keywords, mit denen die Leute von Google auf die Seite kommen, ermitteln was gesucht wird. Dies ist nur eine Möglichkeit. Bei Nischenblogs ist allerdings Durchhaltevermögen gefragt, da natürlich auch die Besucher nicht grad Schlange stehen
3 Ein Kommentar von Peer am 15 Jul, 2009
Genauso. Meist gibt es doch schon Blogs in einer Nische, die man analysieren kann. Oder man schaut mal in passende US-Blogs einer Nische.
Ansonsten gilt wie immer: Testen, Testen, Testen.
4 Ein Kommentar von nastorseriessix am 15 Jul, 2009
Warum fehlt hier eigentlich immer noch eine Funktion um Kommentare zu abonnieren? Per RSS oder E-Mail ? Das ist irgendwie ätzend…
5 Ein Kommentar von Brustwarzenpiercing Schmuck am 15 Jul, 2009
Ich stimme dir voll uns ganz zu das es besser ist wenn man einen Plan hat. Es hilft einem dabei auch seine eigene Linie einzuhalten und damit die User nicht zu verunsichern.
6 Ein Kommentar von Peer am 15 Jul, 2009
Ich versuche das Plugin am Wochenende zu installieren.
7 Ein Kommentar von Lizzy am 16 Jul, 2009
Der Wochenplan ist eine gute Idee. Vor allem gefällt mir, die Idee mit dem vorausplanen und -schreiben.
Sobald mir ein Thema einfällt schreibe ich es auf und weise ihm schon ein Datum zu. Anders würde ich die Schreibarbeit gar nicht geregelt kriegen.
8 Ein Kommentar von Startup Chicken am 16 Jul, 2009
Sehr schöner Post. Vor allem einen Wochenplan sollte ich mir mal genauer Aufstellen, um unnötigen Zeitaufwand vermeiden.
9 Ein Kommentar von Benni am 16 Jul, 2009
Tach nochmal,
mir ist klar, dass der unten von mir verlinkte Artikel auf eine etwas andere Zielgruppe abzielt, allerdings ist er in meinen Augen doch lesenswert.
Ich stell das hier mal als Kommentar rein, da es ja etwas mit dem “Austesten” von Ideen zu tun hat. Vielleicht hilft es ja wem..
http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-633176.html
10 Ein Kommentar von Andreas am 11 Okt, 2009
Ich mache es auch oft so wenn mir irgendwas einfällt schreibe ich einfach nur kurz auf. Es muss ja nur ein Stichpunkt sein, denn wenn man das meistens nicht gleich macht vergisst man es schnell wieder. Solche Gedankenanstöße helfen einem dann später wenn man gerade nicht weiß was man schreiben soll.
11 Ein Kommentar von Nathanael am 8 Aug, 2010
Hier habe ich mich bereits etwas schwerer getan, eine Planung zum vornherein zu machen, obwohl noch nichts steht. Ich werde zum nächsten Schritt gehen und auf diesen evtl. später nochmals zurückkommen müssen. Auf gehts, Schritt 4.
12 Ein Kommentar von Udo R, Schulz am 29 Dez, 2010
Vielen Dank für die ausführliche Artikelserie. Wir wollen nächstes Jahr unseren Blog starten. Dafür haben wir hier viele hilfreiche Informationen und Anregungen gefunden. Weiter so
13 Ein Kommentar von CeciliaH am 8 Aug, 2011
Ich habe mich schon den ganzen Tag mit Blogprojekt beschäftigt und muss mich nun endlich mal zu Wort melden.
Denn ich bin so eine Person, die ihren eigenen Blog schreiben möchte und erstmal nicht so Recht Ahnung hatte, wie sie das eigentlich anstellen soll.
Blogprojekt und vorallem die vielen Tipps helfen mir wirklich sehr sehr viel und ich wollte mich einfach mal dafür bedanken.
Ich mache mir sehr viele Notizen und werde sicherlich noch ein wenig brauchen, bis ich mein Blogprojekt starte. Aber ich habe auf keiner anderen Seite soviele hilfeiche Dinge gefunden.