15.Mai 2009
 

Wie ich auf CreateorDie.de erfahren habe, hat der US-Blogger Felix Salmon in einem Interview 10 Gründe aufgelistet, warum Deutsche nicht erfolgreich bloggen können.

Mal davon abgesehen, dass so eine pauschale Aussage schon mal sehr tief auf den Charakter und die Vorurteile eines Menschen blicken lassen, halte ich schon die Grundaussage für abwegig.

Es gibt sehr wohl gut besuchte Blogs in Deutschland, auch wenn wir sicher hinter der Entwicklung in den USA und anderswo zurückhängen. Aber das ist ja nun nichts neues.

Schauen wir uns doch mal die 10 Gründe an.

Die 10 Gründe

1. Bloggen basiert auf Gleichheit
Laut Felix ist die Grundvoraussetzung für eine blühende Blog-Landschaft, dass alle Menschen die selben Chancen haben wahrgenommen zu werden. In Deutschland gibt es seiner Meinung nach ein starkes Hierarchie-Denken und der Status zählt sehr viel.

Genau, und das von einem Blogger in dessen Heimatland ja alle Menschen die selben Chancen haben. Die Mär vom “Tellerwäscher zum Millionär” scheint immer noch recht ausgeprägt zu sein. In den USA gibt es pro erfolgreichem Blogger zehntausende, die nicht erfolgreich sind.

Die Grundaussage über Gleichheit kann ich teilen. Die von Felix gezogenen Schlüsse bzgl. Deutschland dagegen nicht. Ich sehe nicht Massen von erfolgreichen Blogs von Professoren, Wirtschaftsbossen, Politikern etc.

2. In Deuschland zählt nur die Qualifikation
Diesem Punkt kann ich eher zustimmen. In Deutschland wird sicher mehr auf Abschlüsse und Qualifikationen geschaut, als das in anderen Ländern der Fall ist. Allerdings finde ich das nicht pauschal schlecht.

Es hängt auch vom jeweiligen Thema ab, ob der Blogger eine gewisse Qualifikation haben sollte oder nicht. Ein Blog über bestimmte Krankheiten würde ich lieber von jemandem lesen, der Ahnung davon hat und nicht von jemandem, der nur auf die teuren AdSense-Keywords scharf ist. Ähnlich sehe ich das z.B. auch bei Rechtsthemen.

Es gibt aber auch genügend Beispiele für deutsche Blogs, die nicht auf Grund der Vor-Qualifikation des Bloggers erfolgreich sind.

Wenn man zudem sieht, wie wichtig es in den USA ist, an welchem College man seinen Abschluss gemacht hat, darf man die Aussage von Felix ruhigen Gewissens anzweifeln. Aber zumindest im Bereich der Blogosphäre hat er nicht ganz unrecht.

3. Blogs sind in den USA viel wichtiger
Keine Frage, das stimmt. Das hängt aber sicher auch mit der Medienlandschaft insgesamt zusammen und mit der Medien-Kompetenz in Wirtschaft und Politik.

Wenn man in Deutschland sieht, wie inkompetent die Politiker mal wieder sind, wenn es um moderne Medien geht, dann ist das schon sehr traurig.

Allerdings ist die Medienlandschaft in Deutschland auch eine ganz andere und die Rolle der klassischen Print- und TV-Medien ist noch viel stärker bei der Meinungsbildung ausgeprägt, als in den USA.

Hier muss man Felix sicher recht geben.

4. Alle Deutschen denken wie Banker und nur an ihre Karriere
Sorry, aber solch pauschale Aussagen sind doch Quatsch. Er kennt keine deutschen Blogger und maßt sich so eine Aussage an.

Es gibt auch in den USA Menschen, die wie Banker denken und andere, die wie Blogger denken. Das ist in Deutschland nicht anders.

Es denkt ja in den USA niemand an seine Karriere, oder?. Man, man Felix. Oberflächlichkeit ist anscheinend doch eher eine amerikanische Tugend. (Oh, war das jetzt ein Vorurteil ;-) )

5. Blogger müssen sich auch irren dürfen
Da ist sicher was dran. In den USA ist es viel akzeptierter zu scheitern. In Deutschland ist man da gleich als Verlierer abgestempelt.

Diese gesellschaftliche Denkweise schlägt sich sicher auch auf das Web nieder. Natürlich wirken Blogger, die auch mal was falsches schreiben oder Fehler machen, menschlicher. Ein Blogger, der aber nur Quatsch schreibt, kann ich auch nicht ernst nehmen.

6. Deutsche wollen alles planen
Schuldig. Ich bin schon jemand, der viel plant und sich vorher überlegt, was er da tut. Allerdings sehe ich das in der Blogosphäre nun nicht bei allen Bloggern.

Ich finde es auch nicht unbedingt schlecht. Wo man hinkommt, wenn man nie plant oder sich Gedanken macht, sieht man doch an Italien. ;-) Nein, war auch nur ein Spaß.

Es gibt überall Blogger, die mehr planen und Blogger, die ohne Nachdenken bloggen.

7. Blogger sind natürliche Außenseiter
Was soll man dazu sagen. Auch das ist eine Aussage, die mit der Realität nichts zu tun hat. Als ob in den USA alle erfolgreichen Blogger Außenseiter sind.

Stell dich mal in Texas hin und sage, dass du z.B. keine Waffen magst oder schwul bist. Dann sieht du, wie weit du in den USA als Außenseiter kommst.

Das Blogger, die etwas besonderes haben, evtl. ein wenig mehr Chancen haben, ist aber sicher richtig.

8. An Uni’s wird in den USA mehr gebloggt.
Er hat grundsätzlich recht. Allerdings fängt er an sich zu widersprechen.

In Punkt 2 bemängelt er ja gerade die hohe Qualifikation und verlangt mehr “Normalos” als Blogger. Hier führt er es als positives Argument an.

Allerdings hat er sicher nicht unrecht. Die Uni’s in den USA sind da oft Vorreiter, während es in Deutschland, zumindest zum Teil, noch die berühmten Elfenbeintürme sind.

9. Deutsche Bloggen nur des Geldes wegen
Ach Felix, du kennst dich ja so gut aus (not).

Wie oft ich schon angemacht wurde, weil ich Geld mit meinem Blog verdienen will. Der Großteil der deutschen Blogosphäre hält nichts von Geld verdienen.

Da sind die US-Blogger viel offener und es gibt auch viel mehr Möglichkeiten Geld online zu verdienen. Und wenn man sich anschaut, was da die großen Blog(-Netzwerke) für Einnahmen erzielen, kann man nicht gerade davon sprechen, dass sie es nur für Ruhm und Ehre machen.

10. Die Deutschen nehmen ihre Ferien extrem ernst. Blogger kennen aber keine Ferien.
Hier musste wahrscheinlich irgendein Punkt 10 noch gefunden werden. So eine schwachsinnige Aussage. Es gibt mittlerweile auch viele Blogger, die von unterwegs mit dem iPhone oder vom Laptop aus bloggen.

Wer mit Herzblut blogt, der macht da sowieso keine Pause. Und selbst wenn, wo liegt das Problem?

Fazit

So einen schwachsinnigen und vorurteilsgeladenen Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist ja nun nicht gerade ein Geheimnis, dass viele Amerikaner sich für die Krönung der Schöpfung halten und alles außerhalb Ihres eigenen Landes für unwichtig halten.

Aber gerade von einem Blogger hätte ich doch mehr Offenheit und Intelligenz erwartet. Entweder er denkt wirklich so, was schon ziemlich traurig wäre oder er hat das Interview absichtlich so gegeben, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.

So und so findet ich es schade und ich bin froh, dass ich eine Menge US-Blogger kennen, die da anders denken.

Was haltet ihr davon?

Was ist eure Meinung zum Interview von Felix Salmon?

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27 Kommentare
  1.  
     

    1 Ein Kommentar von Peter am 15 Mai, 2009

    Nun ja so schwachsinnig finde ich die Aussagen nun auch nicht. Sicherlich geht der Autor mit manche seine Ansichten, doch ein wenig weiter wie es in die Praxis ist, aber etliche seine Aussagen stimmen.

    Vor allen in Punkte wie nur die Qualifikation zählt. Hier wird in DE ein Menge auf irgendwelche Titel gegeben die nur auf den Papier sind. Ob dahinter ein wahre Fachmann steht oder ein Fachidiot interessiert nur wenige.

     
     
  2.  
     

    2 Ein Kommentar von Peer am 15 Mai, 2009

    Kennst du nur erfolgreiche Blogs, die Leute mit irgendeiner Qualifikation oder einem besonderen Abschluss führen? Also ich nicht.

    Die Punkte, die ich ähnliche sehe, habe ich auch genannt. Aber insgesamt halte ich die meisten Aussagen trotzdem für oberflächlich und voller Vorurteile.

     
     
  3.  
     

    3 Ein Kommentar von Julia Stern am 15 Mai, 2009

    Naja, also so schwachsinnig sind nicht alle Aussagen. Einige stimmen schon. Das heißt ja nicht, dass damit alle gemeint sind, aber ein großer Teil denkt bzw. handelt so. Nur darf man eben nicht alle über einen Kamm scheren.

    Grüße
    Julia

     
     
  4.  
     

    4 Ein Kommentar von Peter am 15 Mai, 2009

    @Peer,

    Mir geht es eher darum die Gründe zu finden warum Blog in DE nicht so sehr von die breite Masse akzeptiert werden.

    Ich persönlich,du auch und manche andere Blog Leser wissen zwar das es nicht alleine auf die Qualifikation ankommt ob ein Blog nun wirklich gut ist oder nicht.

    Aber die breite Masse von Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller draußen im deutschen Lande, lässt sich von irgend welche Titeln beeindrucken.

    Erst wenn diese überwunden wird,können Blogs in DE wirklich zu ein breiten tauglichen Medium werden.

     
     
  5.  
     

    5 Ein Kommentar von Mcarla am 15 Mai, 2009

    Natürlich ist das ein Beitrag voller Vorurteile, aber es ist auch eine Tatsache, dass englischsprachige Blogger das deutlich bessere Umfeld haben. Und zum Thema Geld verdienen, müßtest Du dich ja gelegentlich schon ärgern, wenn ich deine Zahlen in selbstaendig-im-netz sehe, denn ein Stundenlohn von 25 Euro ist ja schon frustrierend, wenn man so an die amerikanischen Kollegen denkt, die eine ähnlich gelagerte Verbreitung haben wie Du – oder?!

    Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich das Bloggen immer mehr auch in Deutschland entwickeln wird, schließlich sind die nachwachsende Generation und die Silversurfer sehr Internetbegeistert.

    Und Neid und Puristen gibt es doch immer, oder?! Halt die üblichen Schwarz/Weiss-Maler für die es nur ein entweder oder gibt, aber nicht beides.

    Gruß

    Mario Carla

     
     
  6.  
     

    6 Ein Kommentar von Peer am 15 Mai, 2009

    @ Peter
    In den USA ist das nicht so sehr anders, als du denkst. Dort spielt es z.B. teilweise eine große Rolle, ob du von einem Elite-College kommst oder eben nicht.

    Aber das Blogs hierzulande noch nicht so weit sind, wie in den USA, ist doch klar und das bestreite ich auch gar nicht. Es ist auch die Frage, ob man als deutscher Blogger so sein muss, wie US-Blogger? Schließlich machen ja gerade die Unterschiede das Web spannend.

     
     
  7.  
     

    7 Ein Kommentar von Peer am 15 Mai, 2009

    @ Mcarla
    Die absolute Mehrzahl der US-Blogger verdienen auch nicht mehr als ein Taschengeld. Man sollte sich da von den Großverdienern nicht täuschen lassen.

     
     
  8.  
     

    8 Ein Kommentar von Moritz am 15 Mai, 2009

    Naja, man muss sagen, dass bei der Übersetzung aus dem Englischen dem SZ-Magazin leider einige (peinliche) Fehler unterlaufen sind, die die “Skandalwirkung” des Artikels wirklich abschwächen.
    Weiter Infos dazu hat Stefan Niggemeier: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/schoener-sterben-mit-dem-sz-magazin/

     
     
  9.  
     

    9 Ein Kommentar von Hannes am 15 Mai, 2009

    Aber er hat genau das gemacht, was man in allen “How-To-Become-A-Professional-Blogger”-Seiten lesen kann: Einen polarisierenden Artikel schreiben, sodass man viele Kommenatare, Antwort-Posts und Backlinks bekommt ;) Aber gut kommentiert von dir.

    Ein bisschen OT: Ich habe mich früher viel in amerikanischen Foren rumgetrieben (Webmaster, Programmierer, Hoster). Da war der Umgangston immer sehr OK. Seit jahren Betreibe ich ein eigenes Forum, wo natürlich (fast) alle lieb und nett zu mir sind ;) Aber im letzten Jahr habe ich mich auch etwas im deutschen Marketing- und SEO-Bereich umgesehen. Wie sich da die Leute gegenseitig befetzen und neidig aufeinander sind, find ich echt arg. (z.B. Xing).

     
     
  10.  
     

    10 Ein Kommentar von eisy am 15 Mai, 2009

    Klassischer Linkbait im Interview und ich muss sagen, Felix hat alles richtig gemacht. Wie man ja auch hier sieht, funktioniert die Aktion. :)

     
     
  11.  
     

    11 Ein Kommentar von Ulrike Langer am 15 Mai, 2009

    Der Beitrag stammt aus einer Sonderausgabe des SZ-Magazins mit dem Titel “Wozu Zeitung?”. Das Besondere daran ist, dass diese Texte in voller Länge von anderen Medien kostenfrei übernommen werden konnten, was v.a. viele Blogs getan haben, aber auch z.B. Spiegel Online. Die Beiträge sind aber von sehr unterschiedlicher Qualität und das Interview mit Salmon ist einer der schwachen Texte. Da kann man wirklich jeden einzelnen Punkt zerpflücken.

    Das Interview mit dem Gründer der Plattform 4chan.net ”moot” beruht sogar nur darauf, dass “moot” angeblich zur Nr.1 bei den “Time Magazine most influential people” gewählt worden ist. Die Spitzenposition kam aber nur deshalb zustande, weil die Wahlplattform von 4chan-Fans gehackt wurde….

    Mit der SZ-Serie insgesamt hat sich auch Klaus Meier sehr lesenswert auseinandergesetzt. http://blog.journalismus-darmstadt.de/?p=358

     
     
  12.  
     

    12 Ein Kommentar von Knut O.E. Pankrath am 15 Mai, 2009

    Man stelle sich vor, in Deutschland hätte jemand mit gewisser Leserreichweite einen ähnlich undiffenziert daherkommenden Beitrag geschrieben, der da z.B. heissen könnte: “Warum kommt in den USA ein Schwarzer eher ins Gefängnis als in die Blogcharts?”. Das ergäbe eine aufschreiende mediale Welle, oder? Aber über die tranigen Deutschen kann man das ja gefahrlos im Sinne medialer Gegenwehr schreiben…

    Mir waren die US-Amerikaner bislang noch nie als differenzierte Beobachter oder Kenner von Deutschland bekannt. Warum sollte da ein Blogger weniger Vorurteile und bequeme, schnelle Antworten haben als ein Nichtblogger?

    Ich finde es übrigens ausgesprochen gut, das ein solcher seltsamer Beitrag hier aufgegriffen wird, bevor es wieder unwidersprochen oder gar kopfnickendins Unterbewusstsein träufelt.

     
     
  13.  
     

    13 Ein Kommentar von Marc am 15 Mai, 2009

    Über die generelle Diskussion um Blogs in D will ich mich jetzt garnicht beteiligen. (Vielleicht hab ich später noch Zeit). Nur kurz einige Hinweise auf die Diskussion um den Originalbeitrag von Felix Salmon 10 reasons for the lack of German econobloggers über die Qualität deutscher Wirtschaftsblogger. Alles wichtige findet man meines Erachtens in den drei Beiträgen und den entsprechenden Kommentaren:

    Blick Log: US Blogger streiten über Qualität deutscher Wirtschaftsblogs

    Börsennotizbuch: Deutsche Wirtschaftsblogs: Warum so wenig? Sind sie gut?

    Die Börsenblogger: Die Sache mit den deutschen Wirtschaftsbloggern

     
     
  14.  
     

    14 Ein Kommentar von Peer am 15 Mai, 2009

    Hatte ich schon den Artikel “Warum ich nicht alles für einen Linkbait machen sollte” geschrieben? Nein, na dann kommt der bald.

    Natürlich muss jeder selber wissen, was er tut um Aufmerksamkeit zu bekommen. Mein Stil wäre es nicht.

     
     
  15.  
     

    15 Ein Kommentar von Ronny am 15 Mai, 2009

    Ich kann mich hier nur anschliessen. Ist ja mal wieder typisch für die USAler, dass man über eine Sache schreibt, ohne vielleicht mal recherchiert zu haben. Ohne Deutschkenntnisse ist dies natürlich auch sehr schwierig.

    Ich hoffe das waren jetzt keine Vorurteile!

    Ich frage mich bei Punkt Nr.6, was daran so schlecht sein soll?

    Ich schreibe lieber einen geplanten und überlegten Artikel, als irgendetwas, was sowieso keiner lesen will.

     
     
  16.  
     

    16 Ein Kommentar von Daniel am 15 Mai, 2009

    In Deutschland werden die Blogs noch nicht so akzeptiert wie in den USA, weil meiner Meinung nach, Deutschland etwas konservativer gegenüber NEUEREN Medien/Dingen aufgestellt ist. Man muss sich nur das Beispiel von Facebook anschauen. Fast überall in Europa (oder Welt) die Nr. 1 und in Deutschland kennt es kaum jemand.

     
     
  17.  
     

    17 Ein Kommentar von Hannibal am 15 Mai, 2009

    Was ich sehr schön finde, ist die Tatsache dass das SZ Magazin aus einem doch eher harmlosen original Beitrag, so einen reißerischen Aufsatz macht, und das in einem Magazin wo es um die Zukunft der Zeitung geht. Dabtei geht es weniger um die Meinung von Amerikanern, sondern vielmehr um das Magazin selbst.
    Dieser Artikel zeigt doch deutlich, dass so ein renommiertes Magazin nicht gewillt ist, vernünftige Texte zu zitieren, sondern nur an ihrer Auflage interessiert sind. In meinen Augen ist solch eine Zeitung alleine für diesen Artikel kein Pfennig wert. Das ist Betrug am Leser, wenn man nicht mal einen Artikel wiedergeben kann, ohne ihn zu verändern. Sorry Jungs. Für mich gibt es für den Mut des Versuches den Kunden zu verarschen und darüber Linkbait zu bekommen zwar eine 1, für die Durchführung und die Folgen für euch doch eine glatte 6.

    Das SZ Magazin ist es nicht wert gelesen zu werden. Das was ihr gebracht habt, kann jede Depp machen. Aber immerhin habt ihr links bekommen. Die Kritiken sehen anders aus.

     
     
  18.  
     

    18 Ein Kommentar von Lilly am 15 Mai, 2009

    So überspitzt, wie Du es ausgedrückt hast, würde ich Dir sicherlich recht geben.
    Aber ganz so hat sich der Blogger ja nun auch nicht ausgedrückt.

    Ich verstehe seinen Punkt schon. Ohne zu wissen, ob er die Deutschen kennt oder gut einschätze kann, meine ich zu wissen, dass ich das allgemeine Denken der Amerikaner überblicken kann.

    Wo er schon von Unis und Professoren spricht – er hat recht. Professoren sind in Amerika Menschen mitten im Leben; ein wenig verrückt, ein bisschen Einstein und sehr, sehr bodenständig.
    Sie schreiben wunderbare Bücher – bunte Publikationen, witzig, trotzdem wissenschaftlich, grafisch toll aufbereitet.
    Sie unterhalten, wagen schräge Experimente usw.

    Professoren in Deutschland (so wie ich sie erlebe – und auch nicht alle, das ist klar) sind steif, tragen Anzüge, schreiben langweilige Bücher, die alle das gleiche Cover haben. Sie halten nicht viel von Absätzen, Grafiken oder Teilüberschriften – Humor haben sie schon garkeinen.
    Und wenn schon jemand auf sich aufmerksam macht, so wie der verrückte Chemie-Professor mit seinen visuellen chemischen Reaktionen, dann ist das so eine Ausnahme, dass er gleich in Sterntv auftritt.

    Die Amis, so hab ich manchmal das Gefühl, werden je lustiger und bescheidener, je mehr sie im Kopf haben.
    Deutschland ist doch sehr steif … und das mit den Hierarchien stimmt leider.

     
     
  19.  
     

    19 Ein Kommentar von Peter am 16 Mai, 2009

    Eher sehe ich in DE ein Problem mit die Wahrnehmung von Blogs. Es gibt zwar jeder Menge Blog in DE aber wenn man mal nachfragt was sind den Blogs?, wissen viele nichts damit an zu fangen.

    Sicherlich haben Blog auch in DE ihr Publikum, aber wenn dies vielleicht 10% der Internet Nutzer sind die überhaupt davon Notiz nehmen, ist das dann viel.

    Ein andere Bild in die USA. Hier weis die große Mehrheit zumindest was ein Blog ist und ein höhere Anteil als in DE schaut mal wenigstens bei manche Blogs vorbei.

    Sollten Blogs auch in DE mal aus ihre Nischen da sein rauskommen und sagen wir das rund 1/4 der Internet Nutzer zumindest gelegentlich Blogs lesen dann wird auch bei uns es was werden.

    Alle andere Gefechte wie “die deutschen planen alles, oder es zählt nur die Qualifikation” sind vor geschobene Sachen die von beiden Seiten sowohl die Deutschen wie auch die Amis her kommen.

     
     
  20.  
     

    20 Ein Kommentar von Sebastian am 16 Mai, 2009

    Ein Aussenseiter ist man ja bereits, wenn man nicht denkt, oder sich anzieht, wie der “Main Stream”…. im Grunde sind also nen Haufen Leute, Aussenseiter … Fangen wir mal bei bekannten Persönlichkeiten an … “Mahatma Ghandi, Nelson Mandela, und und und … alles Aussenseiter…”

    Ist mir grad ins Auge gefallen, dieser “Grund des Amis” .

     
     
  21.  
     

    21 Ein Kommentar von Rainer am 17 Mai, 2009

    Zu deinen Anmerkungen zu Punkt 9 eine Anmerkung meinerseits: Kunst hat in Mitteleuropa einfach immer noch den Nimbus, sie müsse brotlos sein. Edel ist ein hungernder Dichter in einem schäbigen Dachuntergeschoss. Wer Geld mit seiner Kunst verdient, ist “verdorben”. Dass das Produzieren von Musik oder Schreiben von Büchern oder Blogs auch eine Erwerbstätigkeit sein kann, widerspricht der hiesigen Kunstsicht.
    Das ist im Web nicht anders. Ich schreibe Kurzgeschichten, von denen die meisten veröffentlicht wurden, unter anderem in Erzählbänden. Was denkst du, welche Empörung ich schon dafür geerntet habe, meine Bücher bzw. Geschichten nicht einfach zu verschenken, sondern sie zu verkaufen, weil ein Buch nun einmal richtiges Geld kostet?
    Motto: “Interessant … schick mir doch mal deine Bücher, vielleicht lese ich sie sogar.”
    Argh!

     
     
  22.  
     

    22 Ein Kommentar von Bella am 19 Mai, 2009

    Hallo Peer,

    ich kenne nur den Artikel in der SZ (falls es ein englisches Original geben sollte, bitte ich zu entschuldigen, das ich diesen nicht gelesen habe) und deine Antwort hier. Meiner Meinung nach werden deine zehn Antworten auf den Artikel dem Artikel nicht gerecht, weil du den gesamten Zehn-Punkte-Plan als Angriff auf die Blogger liest.

    Gerade Punkt zehn aber, denn du als Auffüll-Punkt dargestellt hast, dokumentiert meine Meinung im Zusammenhang mit der Überschrift über den Artikel, der da heißt, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren, sehr genau, dass Felix nicht die Blogger meint, sondern die Leserinnen und Leser bzw. potentiellen Konsumenten.

    Und ohne deutschsprachige Leserinnen und Leser keine deutschsprachige Blogs, die gelesen werden. Und insgesamt argumentiert er, warum es wenige Konsumenten gibt.

    Zurück zu Punkt zehn: Es gab mal einen Blog. Der wollte 1000 Dollar pro Monat verdienen. Der machte Urlaub, wofür alle Verständnis zeigten, aber den Blogger trotzdem rund machten … Paar Monate später gab er auf. Schlussfolgerung (auch aus meinen persönlichen Blog-Erfahrungen): Deutsche nehmen IHRE Ferien/Bedürfnisse ernst, von Bloggern erwarten sie 24/7. Egal was ist. Kind krank? Hund gestorben? Großmutter Hüftbruch? Na, gibt doch Lösungen für, trotzdem noch den Leser zu befriedigen … Und dann soll der Blogger das doch bitte auch machen!

    Oder Punkt neun:
    Bei dir:
    Deutsche Bloggen nur des Geldes.
    Ich lese im Interview heraus:
    Deutsche verdächtigen Blogger des Geldverdienens.
    (was Kommentator 21 ähnlich verstanden hat).

    Ich könnte noch bei fast allen Punkten so weiter machen (außer zu den Unis, davon versteh ich als Baumschülerin nix). Aber ich möchte mich nicht dem Verdacht aussetzen, Geld verdienen zu wollen ;-)

    Aber Punkt drei wäre noch mal ein sehr gutes Beispiel einer Fehlinterpretation von deiner Seite, da du als sich angegriffend gefühlter Blogger antwortest und nicht als Konsument eines Blogs. Das geht auch gegen die Konsumenten.

    Mein Ansatz, muss auch nicht richtiger, besser etc. sein.

    Vielleicht ist auch deine Interpretation richtig … aber lies es dir mal durch unter dem Ansatz, dass Felix die Konsumenten an den Pranger stellt und nicht die Produzenten (Blogger). Dann ließt sich das Interview sehr anders.

    Grüße
    Bella

    Ansonsten weiter so. Lese hier sehr gerne. Und auch wenn ich mit diesem Artikel absolut inhaltlich nicht übereinstimme. Und du meiner Interpretatin vielleicht nicht zustimmen wirst. Meinungsvielfalt ist immer gut.

    Wir haben schließlich alle das Recht zu irren ;-)

     
     
  23.  
     

    23 Ein Kommentar von Peer am 19 Mai, 2009

    Hallo Bella,
    danke für deine Meinung zu diesem Thema.

    Zu allererst mal eine Antwort zu deiner Aussage “Er kritisiert die Konsumenten und nicht die Blogger”.

    Das sehe ich aus 2 Gründen anders:

    1) Bei vielen Punkten kritisiert er deutlich die Blogger. Wer den Artikel gelesen hat erkennt deutlich, dass es bei fast allen Punkten gegen die deutschen Blogger geht.

    2) Konsumenten zu kritisieren ist betriebswirtschaftlicher Unsinn. Das wäre, als ob Opel die Autokäufer kritisiert, dass sie die Autos nicht mehr kaufen.
    Unternehmen, Firmen und auch ambitionierte Blogger haben sich an der Leserschaft auszurichten und nicht umgekehrt.

    Bzgl. des Geld verdienens: “Die Deutschen werden nicht arbeiten, wenn sie kein Geld dafür bekommen, und Bloggen wirkt auf sie verdächtig wie Arbeit.”

    Das heißt doch, laut der Meinung von Salmon, dass Deutsche nur bloggen, wenn sie damit Geld verdienen. Aber das ist doch einfach nicht war. Die wenigsten Blogs verdienen Geld damit. Selbst die großen Blogs verdienen oft nur soviel, dass sie die Unkosten decken können.

    zu Punkt 3. Da verstehe ich deine Aussage auch nicht, da ich dort Salmon doch zustimme. ;-)

    zu Punkt 10. Ich denke nicht, dass jemand fertig gemacht wird, weil er Urlaub macht. Allerdings ist ein Blog eben eine tagtägliche Angelegenheit und Blogger sollten sich vorher überlegen, wie sie mit 2 Wochen Urlaub umgehen sollten.

    Ich schreibe z.B. ein paar Artikel vor und hebe mir für diese Zeit auch Interviews auf. Diese Inhalte schalte ich dann automatisch frei.

    Ich denke, ich weiß wen du mit den 1.000 Dollar pro Monat meinst. Und der hat nicht aufgegeben, weil es Ärger wegen dem Urlaub gab, sondern weil er einfach die Lust verloren hat, den 1.000 Dollar nicht näher kam und andere Dinge wichtiger wurden.

    Ich war auch schon das ein oder andere mal krank und auch im Urlaub. Und auch mein kleinstes Kind ist hin und wieder krank. Deswegen hat mich noch kein Leser “rund gemacht”. :-)

    Wie auch immer. Ich halte nichts von generellen Pauschalisierungen, wie “Die XY sind alle …” und dieses Interview ist voll davon. Deshalb habe ich die meisten Punkte kritisiert. Hätte Felix alles ein wenig differenzierter formuliert, dann wäre daraus sicher eine interessante Diskussion entstanden.

    Nichts für ungut und danke nochmal für deine Meinung.

     
     
  24.  
     

    24 Ein Kommentar von Peer am 19 Mai, 2009

    @ Rainer
    In den Augen vieler Deutscher ist das Web noch immer ein kostenloser Selbstbedienungsladen.

    Dass hinter den Inhalten im Web auch viel Arbeit steckt und die Leute auch von irgendwas Leben wollen, scheinen viele nicht zu verstehen.

    Und gerade in der Kunst kann ich deinen Erfahrungsberichten nur zustimmen. Ich kenne auch ein paar Künstler aus meiner Region und da geht es nicht ums Reich werden, sondern nur um das “halbwegs davon leben können”.

    Aber das ist für manche schon nicht akzeptabel.

     
     
  25.  
     

    25 Ein Kommentar von Christian am 25 Mai, 2009

    Es ist eben seine Meinung und dafür sollte doch ein Blog auch da sein. Ein Blog ist eine Meinung und enthält kein richtig oder falsch. Wenn er so über deutsche Blogger denkt, dann sollte das doch sein gutes Recht sein. Genauso könnte man einen Artikel über amerikanische Blogger verfassen. Du hast doch auch in deinem Artikel geschrieben: “Es ist ja nun nicht gerade ein Geheimnis, dass viele Amerikaner sich für die Krönung der Schöpfung halten und alles außerhalb Ihres eigenen Landes für unwichtig halten.” Sicher gibt es hier auch einige Amerikaner, die sich über genau diesen Satz aufregen würden. Dagegen finde ich den Satz “So einen schwachsinnigen und vorurteilsgeladenen Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen” schon wieder sehr deutsch. Man merkt eben deutlich die Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Bloggern. In der amerikanischen Bloggersphäre herrscht meines Empfindens nach einfach ein besserer respektvollerer Umgangston. Daher lese ich auch größtenteils amerikanische Blogs.

     
     
  26.  
     

    26 Ein Kommentar von Peer am 26 Mai, 2009

    Ja, in amerikanischen Blogs herrscht tatsächlich ein freundlicherer Umgangston und das habe ich im Artikel auch geschrieben. Des fällt dieser Artikel ja meiner Meinung nach so aus dem Rahmen. Aber sei es drum. Die Welt geht davon nicht unter. :-)

     
     
  27.  
     

    27 Ein Kommentar von Martin am 30 Jun, 2009

    Mir fehlt der Blick auf das gesellschaftliche Umfeld,Medien,Soziologie der Teilnehmer usw. ,das sich in Deutschland sehr stark von Amerika unterscheidet. Das Leben in Amerika ist völlig anders als bei uns. Die Freizeit und Berufsaktivitäten sind völlig unterschiedlich organisiert und ausgeprägt. Auch kann man in Englisch fast den gesamten Globus ansprechen,während die Reichweite der Deutschen Sprache doch sehr viel geringer ist.

    Deutsche Blogger und Blogleser sind im Vergleich zu Amerikanern im Durchschnitt anspruchsvoller. Das Internet konkuriert bei uns mit einem ganz anderem Angebot an kulturellen Veranstaltungen und INformationsmöglichkeiten etc..
    Über diese Tatsachen kann ich allerdings nicht betrübt sein. Die Liste der 10. Gründe geht daher nach meinem Verständnisam Thema glatt vorbei. Amerikaner verstehen die Deutschen nicht oder nur sehr schlecht und umgekehrt, das ist die einzige Schlußfolgerung die man ziehen kann.
    Das alles kann gar nicht überraschen. Sich als Blogger mit amerikanischen Maßstäben messen zu lassen oder hier wie ein Amerikaner in Deutsch zu bloggen wäre der völlig falsche Weg.

    Es gibt genügend Blogger, die dies schon längst begriffen haben und daher gleich in Englisch Inhalte für das anglo-amerikanische Publikum bloggen.

     
     
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