Unique Content, einzigartige und gute Texte, sind für einen Blog das A und O.
Umso ärgerlicher ist es, wenn andere Websites oder Blogs die eigenen Inhalte einfach kopieren und bei sich veröffentlichen.
Dieser Artikel soll zeigen, wie man Content-Diebe finden kann und was man dagegen unternehmen kann.
Ist Content-Diebstahl schlimm?
Das hängt von der eigenen Einstellung ab. Manch einer fühlt sich vielleicht geschmeichelt, wenn seine Texte von anderen kopiert werden. Und vielen ist es womöglich egal, da sie sowieso nur aus Spaß bloggen und das Web als große kostenlose Selbstbedienungstheke sehe.
Wer allerdings einen erfolgreichen Blog aufbauen will und für die Erstellung hochwertiger Texte viel Zeit und auch Geld investiert, für den ist Content-Diebstahl mehr als nur ärgerlich.
In der Regel werden die Texte einfach kopiert und auf eine neue Website/Blog gestellt. Dann noch ein wenig AdSense und Affiliate-Links einbauen und schon hat man mit wenig Arbeit eine neue Einnahmequelle.
Wenn die Content-Diebe dann noch massiv SEO-Tricks einsetzen, um die kopierten Inhalte in Google vor die Original-Seite zu bekommen, dann kann das massive Traffic-Einbußen mit sich bringen.
Leider nimmt die Zahl dieser Diebstähle in letzter Zeit zu. Es scheint immer mehr Menschen zu geben, die keinen Respekt vor der Arbeit anderer haben oder einfach zu doof/faul sind, selber etwas zu erschaffen.
Wie auch immer, leider ist der Diebstahl an sich erstmal kaum zu verhindern.
Kaum zu verhindern
Das liegt einfach daran, dass alle Inhalte im Internet frei verfügbar und damit auch kopierbar sind.
Egal ob die Texte auf einer Website stehen oder z.B. in einem RSS-Feed vorliegen. Es ist reiner Text und problemlos zu kopieren.
Und da man beim ersten mal den Angreifer nicht kennt, gibt es auch kaum Möglichkeiten diesen zu blocken.
Wie wird geklaut
Sehr beliebt ist es, mittels eines Scriptes den RSS-Feed auszulesen. Solche Skripte gibt es im Internet zuhauf und sind auch einfach zu programmieren.
Das ist natürlich umso “effektiver”, je mehr Inhalte im Feed stehen. Im “Idealfall” verwenden Content-Diebe also einen Fullfeed, in dem die kompletten Texte hinterlegt sind.
Aber auch die Blogs selber kann man relativ einfach kopieren. Auch dafür gibt es Skripts. Und eine standardisierte Code-Basis, wie die von WordPress, macht das nur noch einfacher.
Eher selten kommen die Content-Diebe direkt auf den Blog und kopieren die Inhalte manuell. Das wäre viel zu aufwendig.
Content-Diebe finden
Als ersten Schritt sollte man überhaupt erstmal in Erfahrung bringen, ob Inhalte kopiert wurden.
Google.de
So kann man einfach in Google eine kurzen, aber einzigartigen Textteil suchen. Da wurde ich vor einer Weile auch mal schnell fündig. Da sieht man dann auch gleich, ob die gestohlenen Inhalte weiter vor stehen, als der eigene Blog.
Copyscape.com
Mit Copyscape kann man automatisch nach kopierten Inhalten im Web suchen, indem man eine URL eingibt. Dieser Service ist kostenlos, aber auch eingeschränkt (nur 10 Suchen pro Monat).
Durch einen monatlichen Beitrag kann man Copyscape unbegrenzt nutzen und ganze Websites auf einmal prüfen lassen. So bekommt man dann auch automatisch eine eMail, wenn Plagiate gefunden wurden.
Fairshare.cc
Ähnlich funktioniert auch Fairshare.cc. Dieser Service ist eigentlich hauptsächlich dazu gedacht, dass man eigene Inhalte freigeben kann, damit andere diese nutzen können.
Man kann aber auch explizit sagen, dass man dies nicht möchte und nur den Service nutzen, um Plagiate zu finden. Dieser Service ist kostenlos und man legt sich einen Account an.
Es gibt ein neues Features, welches prüft, ob mit geklauten Inhalten Geld verdient wird. An dieser Überprüfung muss man aber nicht teilnehmen, weil dafür natürlich auch die Daten und Inhalte mit entsprechenden Werbe-Netzwerken abgeglichen werden müssen.
Das nette ist, dass man sich einen RSS-Feed abonnieren kann, in dem man dann Nachrichten über mögliche Plagiate erhält.
Feedburner
Wer seinen Feed bei Feedburner laufen hat, der hat dort die Möglichkeit, sich die “Uncommon Uses” anzuschauen.
Feedburner versucht dort selbst herauszufinden, ob der Feed irgendwo missbräuchlich verwendet wird und z.B. zum befüllen eines anderen Blogs ausgelesen wird.
Diese Erkennung ist aber nicht wirklich sehr gut und zudem bietet Feedburner bisher auch keine Möglichkeit, diesen Missbrauch einfach zu verhindern. Man kann aber mit dem Support Kontakt aufnehmen und möglicherweise sperren diese dann die betreffende IP.
Un.Co.Ver
Von Textbroker.de gibt es eine Freeware, mit der man Inhalte im Web finden kann.
Uncover nennt sich das kleine Tool. Damit kann man einen Text eingeben und nach Kopien im Web suchen.
Es lässt sich auch die Genauigkeit einstellen, so dass auch leicht abgeänderte Kopien gefunden werden können.
WordPress-Plugins

Eine weitere Möglichkeit, geklauten Content zu finden bietet das WordPress-Plugin Copyright-Feed von Frank Bueltge.
Dieses Plugin bindet in den Feed einen digitalen Fingerabdruck ein. Dabei handelt es sich um eine 32 Zeichen lange Zeichenkette aus Zahlen und Buchstaben.
Diese Zeichenkette sucht dann dieses Plugin auch wieder in diversen Blog-Suchmaschinen und meldet die Fundstellen.
Denn wenn RSS-Feeds automatisch in anderen Blogs verwendet werden, dann macht sich in der Regel kein Content-Dieb die Arbeit, solche Daten rauszufiltern.
Maßnahmen bei Content-Diebstahl
Hat man also so einen Content-Diebstahl entdeckt geht es zum 2. Schritt.
Folgende Dinge kann man tun:
- Kontakt aufnehmen
Die erste Möglichkeit wäre, sich direkt an den “Dieb” zu wenden. Einfach mal in den betreffenden Blog oder Website nach Kontakt-Infos suchen und eine Mail schreiben oder anrufen. Viele sind sich gar nicht darüber im klaren, dass sie etwas falsches tun und löschen dann umgehend die “geborgten” Inhalte.
- Web Hoster anschreiben
Findet man keine Kontaktinformationen oder zeigt sich die Person nicht einsichtig, kann man sich an den Hoster wenden (per WHOIS den Hoster herausfinden). Viele Hoster sind schon bereit, sich den Fall anzuschauen und Blog/Websites mit geklauten Inhalten zu löschen.
- Monetarisierung verhindern
In der Regel wollen die Content-Diebe Geld mit den geklauten Inhalten verdienen. Wird also AdSense in dem betreffenden Blog eingeblendet, dann könnte man sich an Google wenden und die Situation darlegen. Sollten Affiliate-Links geschaltet sein, dann lohnt sich eine Info an die betreffenden Affiliate-Netzwerke. Also petzen.
- bei Google melden
Man kann auch generell bei Google den Vorfall melden. Einfach einen sogenannten DMCA-Antrag bei Google einreichen und hoffen.
- öffentlich machen
Manch ein Beklauter hat auch schon darüber im Web geschrieben und den Content-Klauer öffentlich angeprangert. Das sollte jeder für sich entscheiden.
- Anwalt einschalten
Gerade wenn es um größere Beträge geht, weil zum Beispiel Einnahmeausfälle durch kopierte Websites eintreten, lohnt es sich auch den Anwalt einzuschalten.
zukünftiger Schutz vor Dieben
Um den weiteren Diebstahl von Inhalten zu vermeiden, kann man folgendes tun:
Domain sperren
Per htaccess-Einstellungen kann man Domains den Zugriff auf den eigenen Blog verwehren. Das funktioniert aber leider nicht mit RSS-Feeds, die bei Feedburner hinterlegt sind.
Feedburner-Support
Da kann man sich nur an den Support wenden und hoffen, dass diese der betreffenden Domain/IP den Zugriff auf den Feed sperren.
Bot-Trap.de / Spider-Trap.de
Zwei Projekte, die versuchen einzelne IPs und IP-Bereiche zu sammeln, die für Content-Klau verwendet werden. Solche Projekte sind löblich, aber teilweise auch mit Problemen behaftet.
Weitere Infos findet ihr auf den Websites von Bot-Trap und Spider-Trap.de.
Eure Erfahrungen
Was sind eure Erfahrungen mit Content-Diebstahl?
Ist es euch egal? Wurdet ihr schon mal beklaut und wie seid ihr damit umgegangen?
Ähnliche Einträge:
Der Artikel hat Dir gefallen?
Dann abonniere den
"Blogprojekt"-Blog!
























1 Ein Kommentar von Ulrike Langer am 12 Mai, 2009
Danke für die Tipps! Ein Thema, mit dem ich noch überhaupt nicht beschäftigt habe. Auch deshalb nicht, weil ich bisher nicht wusste, wie ich es angehen soll.
Noch eine Frage am Rande: Ist Dein Traffic-Newsletter gestern ausgefallen?
2 Ein Kommentar von Peer am 12 Mai, 2009
Hallo Ulrike,
gestern habe ich es einfach nicht geschafft. Viel Arbeit und ein krankes Kind ist eine Kombination, unter der meine Blogs leiden.
Ich denke aber, dass ich morgen den Newsletter versende. Also nur eine kleine Verzögerung.
3 Ein Kommentar von IT- Scene: S. Fritzler am 12 Mai, 2009
Deine Tipps sind wie immer suuuper…
Als großes Problem sehe ich die Fälle, wo wirklich das Content 1 zu 1 kopiert wird. Leider kann man es auch kaum verhindern.
Gruß
Sergey F.
4 Ein Kommentar von Bloguna am 12 Mai, 2009
Einige war mir schon bekannt, aber die meisten Tipps waren wie immer neu und Hilfreich.
Habe auch schon negative Erfahrungen damit gemacht. Bei der Kontaktaufnahme wurde alles bestritten. Als ich dann alles per Sreenshits gesichert habe, wurde der Dieb von mir erneut verständigt und eine Einschaltung des Anwalts wurde angedroht. Das hat Wirkung gezeigt
5 Ein Kommentar von humanity am 13 Mai, 2009
Ich muss auch sagen, dass ist ein sehr gelungener Artikel. Man wird sich zwar dessen vielleicht erst dann bewusst, wenn einem das passiert, aber davor gewarnt zu sein und zu wissen, wie man drauf kommt ist doch schon mal was. Sehr schön.
Vielen Dank, für den Artikel.
6 Ein Kommentar von Beobachter am 13 Mai, 2009
Hatte auch schon einige Fälle zu beklagen. Bis jetzt hat immer eine E-Mail an den Verantwortlichen (aus dem Impressum) genügt und der geklaute Content wurde wieder gelöscht.
Ganz gern klauen aber auch User von irgendwelchen Foren. Die haben am wenigsten ein schlechtes Gewissen und fühlen sich auch noch sehr sicher. Da ist Copyscape eine echte Hilfe bim Auffinden. Und die meisten Foren-Betreiber kennen bei durch User eingebrachten geklauten Content keinen Spaß. Die Löschung geht dann meist sehr schnell. Und nicht nur die des Contents.
7 Ein Kommentar von Clemens am 13 Mai, 2009
Mir ist es gerade auf meinem Blog passiert. Der Hoster hat die betroffene website innerhalb von 2 Stunden vom Netz genommen. Ich habe es auch öffentlich gemacht und hat die Reaktion des “Diebes” provoziert. So kommt man eigentlich zu einer Lösung.
Leider verstecken sich die Klauer hinter fehlenden Impressum und falschen oder nicht vollständigen WHOIS-Daten.
8 Ein Kommentar von elexpress am 13 Mai, 2009
Mein Content wird häufig kopiert und auf Blogs veröffentlich,
wo anscheinend sehr viele geklauter Content ist. Leider kann
man dort manchmal weder ein Impressum finden noch anhand von
Whois Daten den Betreiber ausfindig machen.
Heute habe ich keine Zeit mehr den Beitrag ganz zu lesen, das
hole ich aber nach, scheint wie immer gut recherchiert zu sein.
9 Ein Kommentar von Letspromoteit am 14 Mai, 2009
Content-Diebstahl ist wirklich ein leidiges Thema. Noch ein Tipp zu Content-Diebe finden: In Google Alerts einen Satz in Anführungszeichen eingeben, und man wir automatisch über 1:1 kopierte Texte informiert. Google Alerts ist wirklich nett und für einige Dinge zu gebrauchen: http://www.letspromoteit.de/analyse/google-alerts-das-multitalent
10 Ein Kommentar von Peer am 14 Mai, 2009
Das ist natürlich sehr ärgerlich. Evtl. kannst du ja etwas über Google erreichen, indem du die Site dort anschwärzt.
11 Ein Kommentar von Peer am 14 Mai, 2009
Das mit den Google Alerts ist ein guter Tipp!
12 Ein Kommentar von Frank am 14 Mai, 2009
copyscape.com ist sehr zu empfehlen. Das eine oder andere Ergebnis hat mich auf jeden Fall überrascht.
13 Ein Kommentar von Christian Ullenboom am 14 Mai, 2009
Da mein Buch mit 1400 Seiten online steht (bewusst
) habe ich es ziemlich häufig mit Contentdiebstahl zu tun — Dozenten von Universitäten kopieren hier gerne Absätze und packen sie zitatlos auf Folien. Nun habe ich auch Beschreibungen meiner Seminare bei anderen Schulungsunternehmen (etwa der Schöll AG) gefunden, eine lustig/traurige Geschichte über die Reaktionsbereitschaft: http://www.tutego.com/blog/javainsel/2009/05/offtopic-content-klau-der-scholl-ag.html.
14 Ein Kommentar von elexpress am 16 Mai, 2009
Meinst du mit “An Google wenden” einen DMCA Antrag?
15 Ein Kommentar von Peer am 16 Mai, 2009
Im Falle von Websites, die mit deinem geklauten Content ranken (evtl. sogar vor dir), ja. Da würde ich den DMCA Antrag nutzen.
Um ihm die Einnahmequelle zu stoppen würde ich mich direkt an die AdSense-Jungs und -Mädels wenden.
16 Ein Kommentar von elexpress am 17 Mai, 2009
Ok ich habe noch eine Frage
Ich habe einige Dienste nun mal getestet und bei FairShare wird nun auch einiges angezeigt (in meinem Feed). Doch wie kriege ich nun die Artikel der Webseiten raus. Es wird nur folgendes angezeigt:
http://www.abload.de/image.php?img=pic155741u.png
Ebenso finde ich auf der Homepage an sich keine Möglichkeiten Domains ausfindig zu machen nur die Url zum Feed und die Möglichkeit eine neue Domain einzutragen, welche geprüft werden soll.
Ps. Es wäre schön wenn man die Kommentare abonnieren könnte.
17 Ein Kommentar von Peer am 18 Mai, 2009
Du hast die wöchentliche Zusammenfassung abonniert. Dann musst du dich auf Fairshare einloggen und siehst dort in deinem Account die Details.
Ich habe die andere Variante ausgewählt und da sehe ich sofort einen neuen Eintrag im Feed, wenn eine Kopie gefunden wurde und ich kann dann auch sofort zu den Details springen.
18 Ein Kommentar von elexpress am 23 Mai, 2009
Also wenn ich mit meinem Account eingeloggt bin, habe ich nur
die Möglichkeiten neue Webseiten einzutragen oder mir den Feed
in verschiedenen Formaten ausgeben zu lassen.
Ich kann mich noch erinnern das ich bei der Anmeldung mehre Varianten auswählen konnte, weißt du noch den genauenn Namen und
war diese auch kostenlos?
19 Ein Kommentar von Ben am 3 Jun, 2009
Danke für den tollen Beitrag und die gute Zusammenfassung
Ich bin leider auch erst vor kurzem mal wieder ein Opfer eines Content-Diebes gewordne, der über meinen RSS-Feed den Kontent auf seiner Seite eingebaut hat und dann daraus Profit ziehen wollte.
Ich werde mir deine Links und Vorschläge mal anschauen und bestimmt noch einiges auf meinem Blog optimieren, damit das in Zukunft nicht mehr so einfach passiert.
Gruß
Ben
20 Ein Kommentar von blu ray film am 23 Nov, 2009
ich nutze oft noch copyscape.com.
Kostet zwar pro abfrage 5 usd cent, aber dafür geht alles automatisch über die api von denen.
Gerade bei mehreren Tausend Artikeln ist das echt das beste.
21 Ein Kommentar von Monika Lechner am 5 Feb, 2010
Besonders schlimm ist es wenn die Contentdiebe Server mit Trustservice im Ausland nutzen. Dann gibt es kein Impressum und man hat kaum Changen an die Diebe ran zu kommen.
22 Ein Kommentar von carspider am 12 Apr, 2010
Ich persönlich finde es nur schlimm wenn man geklaute Texte für kommerzielle Zwecke nutzt.
23 Ein Kommentar von Edelgard Hennicke am 5 Aug, 2010
Ich als kompletter Neuling in der Web-Szene finde oft Artikel und Passagen, die ich gerne auf meiner Website integrieren würde… Wenn man dann den Verfasser und die Website benennt – also als Zitat darstellt, dürfte es doch keine Probleme geben, oder? Im Gegenteil, wäre dann doch eine gute Werbung für den Verfasser!
24 Ein Kommentar von Peer Wandiger am 5 Aug, 2010
@ Edelgard
mal abgesehen davon, dass man auf Grund des Urheberrechts nicht erlaubt ist, einfach Inhalte von anderen zu kopieren, bringt dies oft auch Nachteile mit sich. Stellt Google fest, dass es den selben Text mehrmals gibt, dann wird ggf. nur noch ein Fundort angezeigt. Und das ist dann teilweise nicht der Original-Autor, was natürlich schlimm ist.
Kurze Zitate sind grundsätzlich noch Okay, wenn man auch die Quelle nennt. Lange Zitate oder komplette Kopien nur nach ausdrücklicher Genehmigung.