Auch wenn Blogs eigentlich nichts anderes als eine Website-Untergruppe sind, so unterscheidet sie doch einige wesentliche Merkmale von normalen Internet-Seiten.
Eines dieser Merkmale ist der Einsatz von RSS zur Bindung und Information loyaler Leser. Mit Hilfe von RSS-Feeds kann man sogar richtige Fans gewinnen (auch wenn es bis zum Schwingen von Fahnen wohl noch ein weiter Weg ist
).
Dieser Artikel gibt Tipps, wie man möglichst viele Blog-Besucher zu RSS-Lesern macht.
Was ein RSS-Feed ist, habe ich auf Selbständig im Netz erläutert. Es handelt sich also um Abonnenten, die durch den RSS-Feed neue Artikel in ihrem Feedreader angezeigt bekommen.
Warum sollte ich überhaupt meine Feedleserzahl steigern?
Damit ein Blog wachsen kann und sich einen gewissen Namen in der Web-Community erarbeiten kann, braucht es mehr als nur eine Menge Besucher von Google.
Man braucht treue Leser, die nicht nur regelmäßig den eigenen Blog besuchen, sondern diesen auch weiterempfehlen und selbst gern verlinken.
Und genau diese treuen Leser sind die Feedabonnenten. Es gehört schon ein gewisses Vertrauen, zumindest aber Interesse dazu, dass sich jemand einen Blog-Feed abonniert.
Bei vielen Feedlesern handelt es sich um sehr internetaffine Nutzer, die selber oft bloggen und viel im Internet unterwegs sind. Viele davon sind deshalb selber Multiplikatoren und solche Leser braucht ein erfolgreicher Blog.
Bei den tausenden Blogs, auf die wir jeden Tag stoßen, wird man als Internet-Nutzer natürlich sehr wählerisch. Deshalb möchte ich heute ein paar Tipps geben, wie man die eigene Feedleser-Zahl steigern kann.
Tipps zur Steigerung der Feedleser-Zahl
Die folgenden Tipps muss man nicht alle gleichzeitig einsetzen. Zudem lohnt es sich auch hier viel zu testen und die effektivsten Methoden für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Top-Artikel schreiben und anzeigen
Der Hauptgrund, warum Internet-Nutzer Blog-Feeds abonnieren sind die tollen Inhalte. Alle anderen hier vorgestellten Tipps funktionieren nur dann wirklich gut, wenn die Qualität der Artikel stimmt.
Schreibt also einfach sehr gute und eigenständige Artikel und dann ist das die halbe Miete.
Wer allerdings von einer Suchmaschine etc. kommt, der landet nicht automatisch auf den besten Artikeln. Erstellt deshalb eine Top 5 oder Top 10 Liste mit den besten Artikeln. Es sollten Artikel sein, die dazu führen, dass ein normaler Blog-Besucher den Feed abonniert, um die zukünftigen tollen Artikel nicht zu verpassen.
Fullfeeds
Das Thema Fullfeeds habe ich erst vor kurzem hier im Blog im Artikel “Nutzer wollen Fullfeed” behandelt.
Es scheint so, als ob die große Mehrheit der potentiellen Feedleser einen Fullfeed wollen. Dafür gibt es viele Gründe, wie etwa das Lesen der Feedartikel unterwegs.
Aber es scheint auch so zu sein, dass ein Fullfeed nicht den Besucherzahlen schadet. Das jedenfalls hat meine zweite Fullfeed-Umfrage ergeben.
Es gibt, bis auf das Thema Contentklau, eigentlich kein Argument gegen Fullfeeds.
eBook im Feed
Eine beliebte Methode ist es, bestimmte Bonusdinge im RSS-Feed zu hinterlegen. Es gibt das ein oder andere WordPress-Plugin, mit dem man z.B. unter jeden Feed-Eintrag einen Text samt Link einbauen kann. Das ist die ideale Voraussetzung für die Verlinkung eines eBooks im Feed.
Nun sollte man natürlich im eigenen Blog noch prominent darauf hinweisen, dass es im RSS-Feed etwas abzustauben gibt.
Ich verwende das Plugin “Better Feed“, um zusätzlichen Text in meinen RSS-Feed zu bekommen.
Gewinnspiele im Feed
Ich selber habe auch schon erfolgreich diese Methode eingesetzt. Dafür habe ich, ebenfalls mit Better Feed, ein Gewinnspiel-Passwort in den Feed geschrieben und jeder, der an dem Gewinnspiel teilnehmen wollte, musste dafür den Feed abonnieren.
Das mag vielleicht nicht die sauberste Lösung sein, aber sie funktioniert.
Vertrauen
Es gibt hunderttausende Blogs da draußen. Um die Leser davon zu überzeugen, dass es sich lohnt gerade den eigenen Feed noch zu abonnieren, muss man Vertrauen/ Trust aufbauen.
Das geht durch verschiedene Maßnahmen. So schadet ein relativ hoher PageRank nicht. Aber auch die Optik des Blosg sollte Vertrauen vermitteln und nicht abschrecken.
Zusätzlich sollte man sich selbst im Blog vorstellen (z.B. in der Sidebar) und dem Blog damit ein Gesicht und Charakter geben.
Sehr gut funktioniert auch die Angabe der bisherigen RSS-Reader. Das funktioniert natürlich erst nachdem man einen gewissen Abonnenten-Lebel erreicht hat. Dreistellig sollte die Zahl schon sein.
Dann setzt der Herdentrieb ein und die neuen Leser denken “Wo so viele sind, muss es etwas interessantes geben”.
Erklärungen
Auf Selbständig im Netz habe ich kurz erklärt, was ein RSS-Feed ist.
Man sollte die Vorteile des RSS-Feeds erklären und auch Internet-Laien Argumente geben, warum sie den Feed abonnieren sollten.
RSS-Button
Standardmäßig gibt es ganz unten im WordPress-Footer einen Text-Link zum RSS-Feed. Das ist natürlich sehr versteckt und viele Leser sehen es gar nicht.
Deshalb sollte man einen RSS-Button in seinen Blog einbauen, der möglichst allen Leser auffällt. Hier findet ihr über 200 kreative RSS-Buttons.
Dieser RSS-Button sollte sofort nach dem Laden zu sehen sein und deshalb sollte er in den Blog-Header oder oben in die Sidebar eingebaut werden.
Text neben RSS-Button
Ein kurzer Text neben dem RSS-Button ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Das könnte z.B. der Hinweis sein, dass man einen Fullfeed anbietet oder auch der Link zu einer Erklärung, was RSS überhaupt ist.
Auch der Hinweis, dass es im Feed ein kostenloses eBooks gibt, ist hier sehr gut untergebracht.
Twitter
Twitter ist mittlerweile ein sehr populäres Tool, dass von vielen Menschen zur Informationsbeschaffung und -bereitstellung genutzt wird.
Wer regelmäßig auf Twitter schreibt und seine Leserschaft dort ausbaut, kann auch seinen Feed mal erwähnen und sicher einige neue Feed-Abonnenten begrüßen.
Ich veröffentliche auf Twitter (twitter.com/selbstaendig) interessante Artikel über die ich stolpere oder auch andere News.
Social Websites
Es gibt mittlerweile so viele Social Networks, die von Millionen Deutschen genutzt werden.
In seinem Profil sollte man nicht nur seine normalen Daten hinterlegen, sondern natürlich auch die Blog-URL und, wenn es möglich ist, die Feed-URL.
Ins Auge fallen
Ich habe unter jedem Artikel den Hinweis eingebaut, dass man meine Artikel per RSS-Feed abonnieren kann. Manch andere bauen den Link zum Feed auch über dem Artikel ein.
Also nicht nur an einer Stelle den RSS-Button/Link einbauen, sondern mehrmals im Blog.
RSS-Aboservice
Neben der normalen RSS-URL sollte man auch ein paar Links für bestimmte Feedreader angeben. So z.B. für den Google Reader.
Das geht mit dem WordPress-Plugin “Subscribe to any” sehr gut. Das verringert den Aufwand für den Nutzer und das ist gut.
regelmäßig Bloggen
Feed-Abonnenten erwarten regelmäßig Content. Deshalb sollte man möglichst konstant Bloggen und nicht immer wieder größere Schreibpausen im Blog haben.
Das regelmäßig Bloggen kann man z.B. durch ein Monatsarchiv im Blog nachweisen.Dort sieht man dann, ob der Blogger Monat für Monat am Ball bleibt.
Kategorie-Feeds
Spezialisierung ist auch ein wichtiger Punkt. Mal abgesehen davon, dass der Blog selbst schon eine gute Themenfokussierung haben sollte, kann es sinnvoll sein, je einen RSS-Feed für die einzelnen Kategorien anbieten.
Dann abonnieren auch Leser, denen das Themenspektrum sonst zu breit gewesen wäre.
Landingpage
Wer neue RSS-Leser mit Werbung (Gastartikel, Werbung schalten, PPC-Werbung etc.) gewinnen will, der sollte auf jeden Fall eine RSS-Landing-Page bauen.
Dort bekommt der Besucher dann einige kurze Infos und den großen Feed-Button zu sehen.
Suchmaschinen-Besucher
Mit dem WordPress-Plugin “who sees ads” kann man besondere Hinweise für Besucher anzeigen lassen, die z.B. von Suchmaschinen kommen.
Das sind keine bisherigen Feed-Abonnenten, also könnte man diesen ein Extra-Hinweis/Banner einblenden. So nervt man nicht die regelmäßigen Besucher.
zuerst kommentieren
Sucht euch ein paar dutzend thematisch passende Blogs raus, die auch schon über eine gute Zahl an Feedlesern verfügen und viele Kommentare bekommen.
Dann abonniert ihr diese Feeds und schreibt sofort einen Kommentar, sobald ein neuer Artikel erschienen ist. Aber schreibt bitte keinen SPAM oder so ein Mist wie “Erster”, sondern kommentiert sinnvoll den Artikel.
Der Vorteil als erster zu kommentieren ist, dass alle folgenden Leser, deinen ersten Kommentar auch Lesen. Manch einer hat mit dieser Methode schon eine Menge neue RSS-Leser bekommen.
Eure Tipps
Habt ihr noch zusätzliche Tipps zur Steigerung der RSS-Leser Zahl?
Was hat bei euch sehr gut funktioniert und was gar nicht?
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1 Ein Kommentar von Paul am 6 Mai, 2009
Erster! ;o)
2 Ein Kommentar von Peer am 6 Mai, 2009
Spammer
3 Ein Kommentar von FoolMoon am 6 Mai, 2009
Ich, zum Beispiel, hab 80 Feeds abonniert.
Auf meinem Blog schreibe ich im Monat maximal 10 Beiträge, dafür lese ich lieber die Beiträge anderer und lasse mich von diesen inspirieren.
4 Ein Kommentar von Lilly am 7 Mai, 2009
Ich weiß nicht … ich nutze meinen Standart IE Feedreader nur, um zu wissen, wann es etwas neues in welchem Blog gibt.
Mir persönlich wäre es auch lieber, wenn ich ein paar mehr Blogleser hätte und nicht ständig die Feedleserzahl steigen würde.
Ich habe derzeit 880 Feedleser. o_O
Wenn so viele bei mir täglich mal vorbeischauen würden, dann wär ich zufrieden.
Aber vielleicht spinnt dieses “Feed Statistics” auch rum. Hab nämlich eine Abneigung gegen den Feed Burner.
Und zum Thema Erscheinungsbild eines Blogs:
Dort, wo ich am liebste lese, nämlich bei Steva Pavlina, sieht alles sehr billig und unkreativ aus. Aber ich liebe es genau so, wie es ist, weil der Inhalt und die Übersicht stimmt.
Und super Designblogs schrecken mich eher ab, da ich dann das Gefühl habe, dass da ein Designer am Werk ist … was für Designthemen okay ist, vielleicht auch bei Webdesignern und Lifestylern – aber in allen anderen Bereichen hätte ich das Gefühl, dass es mehr um die Verpackung, als um den Inhalt geht.
5 Ein Kommentar von Peter am 7 Mai, 2009
Wie wäre eine ideale Verhältnis zwischen Feedleser und Blogbesucher?
6 Ein Kommentar von Peer am 7 Mai, 2009
Natürlich ist es vom Gefühl her so, dass man die Feedreader quasi verliert, besonders wenn man einen Fullfeed veröffentlicht.
Allerdings lesen viele Feed-Abonnenten trotzdem interessante Artikel direkt im Blog. Ich denke, dass die Vorteile eines Fullfeeds, die Nachteile überwiegen.
Es gibt kein richtiges Verhältnis zwischen Feed-Lesern und Blog-Lesern. Es hängt sicher auch von der Zielgruppe ab. Hat man viele Technik-Affine Leser (Blogger, Webmaster etc.), dann werden viele von denen sicher auch den Feed abonnieren.
@ Lilly
Wenn das Design zum Blog und zum Thema passt, dann ist das doch ideal. Manches ist aber auch Gewohnheit. Man kennt einen Blog schon seit Jahren und kann sich ihn nicht anders vorstellen.
Würde man aber erst heute den Blog kennen lernen, hätte man mit einem anderen Layout sicher auch keine Probleme.
Hat man eine nicht so moderne Zielgruppe, dann wird der Feed sicher seltener genutzt.
7 Ein Kommentar von Patrick am 11 Aug, 2010
Danke für all die guten Tipps….:-) Vorallem das mit dem FullFeed. Das hab ich zwar schon vorher gewusst aber irgendwie bin ich mit den Einstellungen verutscht und hatte so einen smallFeed oder wie man das nennt.Nur durch diesen Blog hab ich das gemerkt und es ändern können
MfG
Patrick