Gestern hatte ich einen recht praktischen Artikel zum Thema “Die perfekte Blog-Nische finden” veröffentlicht.
Das Thema kam grundsätzlich gut an. Allerdings kam dem einen oder anderen Leser der Faktor “Spaß” bzw. “Leidenschaft” zu kurz.
“Wie wichtig ist Leidenschaft für das eigene Blog-Thema?”
Das ist eine spannende Frage, die ich in diesem Artikel behandeln will.
Blogs, Spaß und Leidenschaft
Mit Blogprojekt.de will ich schon eher die ernsthafteren Blogger ansprechen. Also Blogger, die nicht ausschließlich aus Spaß an der Freunde bloggen, sondern schon mehr oder weniger professionell an die Sache rangehen.
Der Ursprung des Bloggens liegt im privaten Bereich. Schon lange bevor das Web 2.0 bekannt wurde, gab es Blogs. Diese waren rein privater Natur und waren wirklich Online-Tagebücher.
In den letzten Jahren hat sich das Bild etwas gewandelt. Im Zuge der Web 2.0 Revolution und der sehr starken Interaktivität im Web, sind auch Blogs immer beliebter geworden. Und so gibt es eben nicht mehr nur private Blogs, die rein aus Spaß betrieben werden.
Doch wie wichtig ist Leidenschaft und Spaß beim Bloggen?
Vorteile des leidenschaftlichen Bloggens
Wer mit Leidenschaft und Spaß bloggt, der hat sicher einige Vorteile.
Im Wort “Leidenschaft” kommt nicht umsonst das Wörtchen “leiden” vor. Wer regelmäßig bloggt, der leidet manchmal auch ein wenig. Um einen Blog erfolgreich zu machen, also möglichst viele Leser dafür zu finden, muss man aber relativ regelmäßig bloggen.
Und ich rede hier überhaupt nicht davon, dass jemand Geld verdienen will. Aber die meisten wollen sicher für mehr als ein Dutzend Leser schreiben und das heißt, dass man sich da heute schon etwas anstrengen muss.
Um über Monate oder sogar Jahre hinweg regelmäßig Artikel zu veröffentlichen und nicht die Motivation zu verlieren, ist Spaß am Thema und Leidenschaft schon sehr hilfreich.
Allerdings gibt es auch die andere Seite der Medaille. Der Übergang zum professionellen Blog, den man eben auch aus anderen Gründe betreibt, als nur Spaß, ist oft fließend. Und da kann Leidenschaft auch nach hinten los gehen. Nämlich dann, wenn diese Leidenschaft verloren geht.
Das mag für einen Hobbyblogger kein Problem sein, dann hört er eben auf zu bloggen.
Für Selbständige oder Freiberufler, die direkt mit einem Blog Geld verdienen oder diesen indirekt für Kontakte etc. nutzen, wäre es fatal, wenn man sich einzig und allein auf seine Leidenschaft und den Spaß verlässt.
Welcher Arbeitnehmer kann schon zu seinem Chef sagen: “Ich komme erstmal 2 Wochen nicht auf Arbeit, mir fehlt gerade die Leidenschaft”.
Wer also mehr oder weniger professionell einen Blog betreiben will, der sollte sich auch eine professionelle Einstellung zulegen. Und das bedeutet auch, dass es mehr geben muss, als nur “Spaß und Leidenschaft”.
Im Idealfall besitzt man sowohl eine professionelle Einstellung, als auch Spaß und Leidenschaft für sein Blog-Thema.
Und nicht, dass wir uns falsch verstehen. Wenn man langfristig keinen Spaß mehr hat und die Leidenschaft weg ist, dann ist es natürlich auch Okay, den Blog einzustellen oder abzugeben.
Geht es auch ohne Leidenschaft?
Gibt es Blogger, die einen Blog jahrelang zu einem Thema betreiben, welches sie nicht wirklich interessiert?
Natürlich gibt es die. Immer mehr Blogs sind gar keine richtigen Blogs mehr. Viele Blogs bestehen aus gekauften Artikeln oder werden rein aus geschäftlichen Zwecken geführt.
Die eigentliche Frage lautet: “Halten Blogger dies über längere Zeit durch?”. Einige schon, aber die Mehrheit gibt dann doch irgendwann auf.
Bestes Beispiel sind die vielen “Geld verdienen”-Blogs, die ich in den letzten Jahren kommen und wieder gehen gesehen habe. Viele Blogger wollten versuchen, schnell Geld mit Blogs zu verdienen, hatte aber nicht wirklich Spaß am Thema und waren auch nicht mit Leidenschaft dabei. Das Geld verdienen hat aber nicht wie gewünscht geklappt und so haben sie nach ein paar Monaten oder einem Jahr wieder aufgegeben. Da war die Leidenschaft schnell wieder weg oder nie da.
Es gibt aber auch Blogger, die das in Vollzeit betreiben. Und da ist es schon so, dass man einen Blog als reine Arbeit ansehen kann und diesen regelmäßig befüllt, obwohl man thematisch damit nicht viel anfangen kann.
Allerdings leben gerade Blogs sehr von der Persönlichkeit der Blogger, die sie betreiben. Erfolgreiche Blogs in Deutschland und im Ausland sind fast ausnahmslos sehr stark mit der Persönlichkeit des Bloggers verbunden.
Die Antwort auf die Frage “Geht es auch ohne Leidenschaft?” würde ich also wie folgt beantworten:
Ja, es geht auch ohne Leidenschaft, aber gerade bei Blogs ist der Spaß am Thema und die Leidenschaft ein sehr großer Erfolgsfaktor. Viel stärker als z.B. bei normalen Websites.
Schließt Professionalität Spaß und Leidenschaft aus?
Manchmal habe ich das Gefühl, dass gerade in Deutschland eine strikte Trennung zwischen Arbeit und Spaß gesehen wird.
Im Ausland schließt sich eine gewisse Professionalität und Spaß an der Sache nicht unbedingt aus, im Gegenteil. Gerade diese Mischung macht viele internationale Blogs erfolgreich.
Viele Blogger in Deutschland sehen es aber als Verrat an der “Grundidee des Bloggens” an, wenn man neben dem Spaß auch versucht, gewisse professionelle Vorgehensweisen umzusetzen.
Für mich ist diese Mischung aus Leidenschaft, Spaß und Professionalität die grundsätzliche Herangehensweise. Allerdings muss das jeder für selbst entscheiden.
Mich würde interessieren, wie ihr die Sache seht. Nehmt an der Wochen-Umfrage in der Sidebar teil und schreibt eure Meinung in die Kommentare. Danke.
Ähnliche Einträge:
- Bloggen ohne Leidenschaft? Umfrage-Auswertung
- Mein “Blog-Arbeitsplatz”
- Traffic Tipp #55 – Mut zur Offenheit für mehr Traffic
- Blogprojekt-Podcast 6 – Planung oder Spontanität?
- Blogprojekt Podcast 5 – Der lange Atem
Der Artikel hat Dir gefallen?
Dann abonniere den
"Blogprojekt"-Blog!

























1 Ein Kommentar von Jürgen am 15 Apr, 2009
Hallo Peer,
da stimm ich Dir vollkommen zu. Der Mix aus Spass, Leidenschaft und Professionalität macht unsere Bemühungen mit unseren Projekten auch schönes Geld zu verdienen doch erst so interessant. Bei meinen Projekten steht immer auch der Businessgedanke im Hintergrund, wenn dann das Thema auch noch Spass macht und ich mit Leidenschaft daran arbeitest, dann wird dies auch zum Erfolg führen. Und all die privaten Blogger können dies ja gerne ohne finanzielle Hintergründe machen, das kann und muss ja jeder eh für sich selbst entscheiden.
Grüße
Jürgen
2 Ein Kommentar von Stefan von Shockmotion.de am 15 Apr, 2009
Moin Peer,
sehr schöner Artikel. Natürlich kann man einen Blog ohne Leidenschaft und Spass betreiben. Allerdings sehe ich dann die Gefahr, dass der Leser dies über kurz oder lang auch mitbekommt. Daher ist es meiner Meinung nach wichtig, sich mit dem eigenen Blog identifizieren zu können.
Ein Blogger der am Anfang steht, hat wohl in erster Linie erstmal genug mit seinem Blog zu tun. Da müssen einige Dinge erledigt werden und der Spass stellt sich nur bedingt ein. Vielmehr kämpft man mit dem System und irgendwelchen Fehlermeldungen.
Sind dann die ersten Besucher da, die auch mal einen Kommentar hinterlassen, stellt sich auch der Spaß ein. Bringt man dann seine Professionalität mit dem nötigen Spass auf einen Level, kann damit begonnen werden evtl. Geld zu verdienen.
Gruß
Stefan
3 Ein Kommentar von Ulrike Langer am 15 Apr, 2009
Der Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf: Wer langfristig erfolgreich sein will, braucht sowohl Leidenschaft oder Freude beim Bloggen und eine professionelle Einstellung. Mir hat es sehr geholfen, mich in den ersten Monaten beim Bloggen nur auf die Inhalte zu konzentrieren und jetzt im zweiten Schritt mich mehr um Technik, Design, Suchmaschinenplatzierung etc. zu kümmern. Sonst wäre die Leidenschaft vor lauter Technikproblem wohl ganz schnell vor die Hunde gegangen. Und bei der nun anstehenden Professionalisierung ist dieses Blog wirklich eine große Hilfe.
4 Ein Kommentar von Experimentator am 16 Apr, 2009
Für mich sind Spaß und Leidenschaft auf jeden Fall wichtig. Wie schon angesprochen, merkt man es als Leser oftmals, ob jemand wirklich mit Freude und Begeisterung bei der Sache ist oder einfach nur mit dem Dollarzeichen in den Augen bloggt.
Allerdings gebe ich Peer insofern absolut Recht, dass sich Spaß, Leidenschaft und professionelles Vorgehen keineswegs ausschließen müssen. Im Gegenteil. Letzteres kann durchaus helfen, selbst gesteckte Ziele konsequenter im Auge zu behalten und auch zu erreichen.
@Ulrike: da ist es natürlich von Vorteil, wenn einen schon die Technik an sich begeistert – wie bei mir
5 Ein Kommentar von Julia Stern am 16 Apr, 2009
Alles in einem muss stimmen. Meiner Meinung nach ist Leidenschaft und Spaß an der Sache sehr wichtig, denn nur so kann ein Blog wirklich gut werden. Wenn man Spaß an der Sache hat, so geht man ganz anders ran, als wenn man es nur als eine “Pflicht” ansieht. Und Leidenschaft und Spaß schließt Professionalität nicht aus.
Grüße
Julia
6 Ein Kommentar von Lennart am 16 Apr, 2009
Gut reagiert. Kurzzeitig habe ich ja auch mit dem Gedanken gespielt, dir einen Gastbeitrag zu dem Thema zuzusenden, aber jetzt hat sich das ja erledigt
. Dem Beitrag kann ich wirklich 100% zustimmen.
“Im Idealfall besitzt man sowohl eine professionelle Einstellung, als auch Spaß und Leidenschaft für sein Blog-Thema.”
Genau. Wenn man mal demotiviert ist, weitermachen. Die Kunst dabei ist es, seine Beiträge so zu schreiben, dass niemand die Lustlosigkeit bemerkt.
7 Ein Kommentar von Nischenblogger am 17 Apr, 2009
Zusätzlich zum Zwischenstand deiner gelungenen Umfrage habe ich mir diesen Artikel einmal mit der Keyword-Density-Brille angesehen (reiner Content ohne Kommentare).
Das Resultat:
23 x Leidenschaft
19 x Spaß
9 x professionell + Professionalität
Was wir daraus schließen können?
Peer schreibt mit (1.) Leidenschaft und viel (2.) Spaß viele (3.) professionelle Artikel
8 Ein Kommentar von Peer am 17 Apr, 2009
@ Lennart
Kurzfristige Motivationslöcher kann man gut überspielen. Ich habe auch mal Phasen, wo ich nicht so motiviert bin.
Langfristig sollte man sich aber zu nichts zwingen. Manchmal muss man eben zu etwas neuem übergehen.
@ Nischenblogger
Gute Analyse. Nicht umsonst werde ich jetzt bei “leidenschaft und spaß” auf Position 1 in Google geführt.
9 Ein Kommentar von Julia Stern am 18 Apr, 2009
Diese Motivationslöcher hat denke ich mal jeder, egal wie professionell man ist oder nicht ist. Solche Phasen gibt es leider immer wieder, zum Glück verschwinden sie aber wieder.
Grüße
Julia
10 Ein Kommentar von Sebastian am 27 Apr, 2009
“Leidenschaft und Spaß”
Der muss in jedem Fall sein. Und dass Du aber auch schreibst, dass es Blogger gibt, die über etwas schreiben, dass Sie nicht mal “mögen”, ist eigentlich auf der einen Seite bewemrkenswert… Denn im Grunde verstellen sich diese Blogger ja die ganze Zeit…
11 Ein Kommentar von Peer am 27 Apr, 2009
@ Sebastian
Auch Bloggen kann ein Business sein. Und da ist es dann auch durchaus möglich, dass jemand einen Blog als Arbeit ansieht. In der Offline-Wirtschaft macht ja auch nicht immer alles Spaß.
12 Ein Kommentar von Sebastian am 29 Apr, 2009
Im Grunde hast Du Recht Peer! Aber dennoch sollte einem die Arbeit auch Spass machen! Sowas wie eine “berufung” sein – und nicht was man macht, was man machen muss .. (Vorspiel bei der Frau – “kleiner Scherz am Rande”) ..
Aber beim Bloggen, auch wenn es Arbeit ist, das “recherchieren, das texten, kommentieren, etc” .-.. Spass sollte man schon haben! Aber wie gesagt, recht haste ja, im Grunde – nur Schade für “diejenigen”.